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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 5 · p. Seite 202

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 5
Article
Eine neuerschlossene Quelle über Uriel Acosta
Date
1877-01-01
Page
Seite 202 (sequence 10)
Language
German
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202 Eine neuerschlossene Quelle über Uriel Acosta. Umstand erhöht, daß dem Absender des vertraulichen Privatbriefes der Gedanke an eine spätere Veröffentlichung und Verwerthung desselben unmöglich verschweben konnte, daß derselbe also unbefangen, unter dem frischen Eindrücke der Thatsachen, lediglich zu dem Zwecke der genauen Jnformimng seines Correspondenten und nicht um die öffentliche Meinung zu beeinfluffen seine Worte niederschrieb, während Acosta bei der kurz vor feinem Tode erfolgten Abfassung seines exemplar humanae vitae unter dem Einflüsse einer mächtigen psychischen Aufregung stand und bei der eingestandener Maßen an die Adresse seiner Zeitgenossen gerichteten Darstellung seiner Lebensschicksale vielleicht manches übertreibende Wort mitunterlaufen ließ. Prüfen wir nunmehr die einzelnen Daten a) der Ungenannte unseres Briefes läugnet die biblischen Wunder und den Glauben an die Unsterblichkeit und die Auferstehung der Todten, bestreitet die rabbinische Tradition im Allgemeinen uitb insbesondere in Bezug auf die Speisegesetze und die Fixirung des Festkalenders. Alles dies gesteht Acosta selber zu. Der Zweifel an der Unsterblichkeit der Seele war in ihm schon, als er sich noch zum Christenthume bekannte, aufgetaucht: ״in dubium vocavi, accidit hoc mihi circa vigesimum secunduin aelatis annum, possetne fieri, ut ea quae de alters vita dicebanlur, minus vera essent“ und nach seinem Constikte mit der jüdischen Gemeinde faßte er den Vorsatz, ein Werk zu schreiben, ״in qua . , . aperte probaiem ex ip8a!,ege vanitaltcm eoruin quae Pharisaei tradunt et obscrvsnt et . . . accederem. sententiae illorum, qui legis veteris praemium et poenam definiunt leinporalem et de altera vita et immortalite animorum minime cogitent . . . Post hunc temporis decursum ... in dubium vocavi, utrum Lex Mosis deberet pro Lege Dei haberi. Tandem statui, Legem Mosis non esse, sed tan tu in inventum humanum, qucmadmodum alia innumera in mundo fuerunl“. Zur Be-

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