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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 4 · p. Seite 180

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 4
Article
George Eliot und das Judenthum
Date
1877-01-01
Page
Seite 180 (sequence 9)
Language
German
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180 George Eliot und das Judenthum. Studirstube aus vorherberechnen. Als der Zeitpunkt herangereift war, da ward aus dem schwachen Augustinermönch der Vater der Reformation. Schon hatte man den Islam todt gesagt, als die Wechabiten ans ihren Bergen hervorbrachen und mit einer in der Neuzeit wahrhaft unerhörten religiösen Begeisterung Arabien dnrchflammten, eine Warnung und Lehre, daß man selbst den Muhammedanismus noch nicht zu den Abgeschiedenen legen dürfe. Wie sprüchwörtlich ist nicht der Franke Mann geworden, wie glaubten die politischen Sternseher auf die Minute sein letztes Röcheln Vorhersagen zu können; da gab ein Staatsmann wie Midhat Pascha der Welt das Schauspiel, was selbst im Untergange begriffene Völker noch für Kräfte entbinden könneu. Und die jüdische Geschichte selber? Haben nicht die Neunmalweisen der babylonischen Gefangenschaft das Feuer der Propheten hohnlachend angegrinst und mitleidig auf die Jammergestalten herabgesehen, die an der Schrulle krankten, den Tempel wieder aufrichten zu wollen? Aber ans dem Kreise dieser Dulder sind die Geister hervorgegangen, die Judäa seine neue Blüthe, dem Judenthum seine Unvergänglichkeit erschufen. Und als es wieder gebrochen am Boden lag, und die Feiglinge in zahmer Ergebenheit das Joch des Römers trugen, erstand der Sternensohn von Koseba, ein Heer von Gottesstreitern stieg aus dem Boden auf, Rom mußte seinen besten Feldherrn entsenden, um das empörte Häuflein zu bändigen, und Ströme jüdischen Heldenblutes mußten zum Mittelmeere hinabfließen, der Verrath mußte die dichtgeschloffenen Reihen durchbrechen, ehe der entmenschte Zwingherr den ehernen Fuß auf den Nacken der Bezwungenen setzen durfte. Haben sie umsonst geblutet die Vertheidiger Jerusalems, die Helden von Bethar? Sollte aus der löwenmuthigen Erhebung Judäa's, aus der friedlich wunderbaren Heimkehr der Verbannten aus dem babylonische» Exil nicht einmal diese Lehre für alle Zeiten folgen, daß die Sehn-

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