Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Präcisirung der Zeit für die, die Judäer betreffenden Vorgänge unter dem Kaiser Caligula
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 2)
- Language
- German
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146 Präcisirnng der Zeit für die, die Judäer betreffenden ckes nur innerhalb 5 Monate spielten, von 31• August 40, Ca׳ ligula's Rückkehr von seinem Ausflug, bis zum 24. Januar 41., Caligula's Ermordung. Josephus Zeitbestimmung, daß die Bildsäulengeschichte in Judäa im Spütherbste, während der Saatzeit begonnen hat, wird also von Philo's Bericht selbst bestätigt. Es folgt indeß noch ein Viertes aus Philo's Darstellung von der Art, wie ihm und den Mitesaudten die Kunde zugekominen war. Es ergiebt sich daraus, daß er nicht als klassischer Zeuge gelten kann. Er hatte die erste Nachricht von der beabsichtigten Tempelschündung nicht aus der ersten, sondern wohl aus der zweiten oder dritten Hand erfahren. Er selbst erzählt sie uns so, daß zuerst ein Manu in großer Bestürzung ihnen die Vorfälle nur in allgemeinen Umrissen nütgetheilt habe ״Hin ist der Tempel"! Dann seien noch einige Personen hinzugekommen, und von diesen habe er einiges Detail über die Veranlassung erfahren. Die Berichterstatter selbst waren ohne Zweifel» wie oben angegeben, jüdische Römer, welche die Schreckens- Nachricht nur aus Palästina erhalten haben können. Philo kannte also die Vorgänge nur von Solchen, welche nicht selbst Zeugen derselben waren. Von wem er den ausführlichen Bericht hatte, den er von § 31 bis 42 mit rhetorischer Ausschmückung wiedergiebt, ist nicht bekannt. Er hat ihn erst viel später׳ componirt, während Claudius'Regierung nachdem der Aegyptec Helicon, welcher Caligula zur Feindseligkeit gegen die Judäer gereizt hatte, von dem Erstern dem Tode geweiht war (§ 30 Ende Mangey 11. p. 576, Z. 28 fg.). Philo's Bericht kann daher bezüglich des Details durchaus nicht als authentische Quelle gelten. Abgesehen davon, daß er mit rhetorischen Floskeln überladen ist erscheint die Rolle, die er dem König Agrippa in diesem Drama spielen läßt, durchaus charakter- und geschichtswidrig. Wir dürfen also auf Philo's chronologische Angabe in dieser Geschichte wenig oder gar nichts geben. Er hat sie deßwegen in die Ernte-