Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Überbleibsel der Sabbatianer in Salonichi
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 3)
- Language
- German
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132 MUeberbleibsel Är Sabbatianer in Salonichi. entließ ihn mit der Weisung, sich noch einige Tage über sein Vorhaben zu bedenken, und wenn er dann noch darauf beharre, wieder zu kommen. ״Der junge Mann erschien nicht wieder, und die Sache wäre vergessen worden, wenn sich der Kadi ihrer nicht nach einigen Wochen zufällig wieder erinnert hätte; man stellte Nachforschungen an, und die Deunmö behaupteten anfangs, der junge Mann habe die Stadt verlassen und sei auf Reisen gegangen. Als man aber die Paßregister nachschlug und seinen Namen nicht darin fand, gestanden die Deunms, daß er gestorben sei. Nun wurde die Leiche ausgegraben, und man behauptet, daß sie Spuren von Erdroffelung gezeigt habe; wie dem auch sei, die Deunmö mußten die größten Anstrengungen machen, um die Sache beizulegen". Von den vom Judenthum losgetrennten Sekten exiftiren also noch heutigen Tages: 1) die S a m a r i t a n e r, welche um 400 vor der üblichen Zeitrechnung entstanden sind; 2) die Karäer aus der zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts; 3) die Donmähs oder Sabbatianer aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Auch heimliche Anhänger Jakob Franks sollen noch in Warschau existiren, welche, obwohl zum Scheine Katholiken, sich nur unter einander verheirathen, wie mir von verschiedenen und glaubwürdigen Personen versichert wird. Diese Sekten verlebendigen die Bewegung der jiidischen Geschichte und beweisen, daß diese nicht als etwas Abgestorbenes zu betrachten ist.