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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 3 · p. Seite 131

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 3
Article
Überbleibsel der Sabbatianer in Salonichi
Date
1877-01-01
Page
Seite 131 (sequence 2)
Language
German
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Ueberbleibsel der Sabbatianer in Salönichi. 131 Karl Braun Wiesbaden berichtet über sie (eine türkische Reise, Erinnerungen ans Saloniki l876 S. 224 fg.) Folgendes : ״Eine besondere Sekte bilden wieder die D ö n m e h (oder Den um 6) oder Mamini, welche gegenwärtig sich zum muhamedanischen Glauben bekennen. Ihre Zahl beläuft sich in dieser Stadt auf circa 4,000 Seelen. Es gehen die abenteuerlichsten Gerüchte über diese Sekte. Sie bekennen sich äußerlich zum Islam, im Geheimen aber zum Judenthum. Sie halten sich möglichst abgeschlossen und besuchen die Moscheen nur so weit nöthig, um den äußern Anschein zu bewahren; in dieser Absicht unternimmt auch hier und da ein Dennmv eine Pilgerfahrt nach Mekka. Sie verheirathen sich weder mit Türken noch mit Juden, selbst zwischen den beiden Sekten, in die sie zerfallen, finden keine Wechselheirathen statt. ״Sie zerfallen in zwei Sekten, die Konja und die K araje ro; sie verabscheuen einander in dem Grade, daß namentlich kein Karajero mit einem Konja in demselben Hause wohnen oder an demselben Tische essen, ja nicht einmal aus einem Glase trinken will, aus dem jener getrunken hat; er beschuldigt ihn einer ruchlosen Moral, welche sogar die Knabenliebe zulasse. ״Die Karajeros sind Kanfleute und Schriftgelehrte; fast alle öffentlichen Schreiber und Bureaubeamten von Saloniki gehören zu dieser Sekte. Die Gelehrtesten verstehen auch hebräisch. Sie haben ihre Läden in der, Misir-Kjarsi genannten Gegend der Bazars und bewohnen ein eigenes bei der Partu- Nuova gelegenes Stadtviertel. Die Konja sind arme Handwerker, Tagelöhner und Lastträger und leben in den höheren östlichen Stadtvierteln zerstreut. Vor einigen Jahren erschien ein junger Deunm« vor dem Kadi von Salonik und erklärte, daß er Muhamedaner werden wollte, weil er dies nur dem Scheine nach sei; der Kadi schickte ihn zum Pascha und dieser 9*

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