Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Präcisirung der Zeit für die, die Judäer betreffenden Vorgänge unter dem Kaiser Caligula
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
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Vorgänge unter dem Kaiser Caligula. 99 Dieser chronologische Widerspruch ist um so drückender, als einerseits Philo Zeitgenosse dieser Begebenheiten war und damals als Gesandter der alexandrinischen Gemeinde fungirte, also anzunehmen sei, daß er nicht bloß den Praginatismus der Thatsachen, sondern auch die Zeit derselben treu tradirt habe, und andererseits Josephus, wenn auch ein später Lebender, ein nicht minder zuverlässiger Zeuge ist, da er doch die Erinnerungen der Judäer über Vorgänge in ihrer nächsten Nähe wiedergegeben habe. Dazu konimt noch ein Scholion zu Megillat Taanit, welches ebenfalls diese Begebenheit in den Herbst setzt. Der Text des M. T. giebt nämlich nur unbestimmt an: ״am 22. ist aufgehoben worden das Werk, welches der Feind in den Tempel zu bringen befohlen hatte, und Casus Caligula ist getödtet worden". Daß unter גסקלגום Casus Caligula zu verstehen und das Wort corrumpirt ist (auch in גם קלנום), ist längst erkannt worden *). iv rsXn x. t. X. Im jüb■ Kr. (II, 10 5) bestimmt Josephus die Zeit in der Art, baß Petronius bem Volke versprochen habe, sich zu dessen Gunsten bei Caligula zu verwenben, als bereits fünfzig Tage seit bem Beginne der Aussaat vorübergegangen waren, xatd yuQ 0)0av GnÖQOV Tievzrjxovm, ■tjfisoag eqya dterQcßev avrmv rä 7zX'rj^tj. ') Megillat Taanit zum Monat Schebat: בעשרין ותרין כיה בטילח עכירתא דאמר סנאה להיחאה להיכלא דלא למספד. Hier fehlt aber entschieden der Passus: ונהרג גסקלגום ובטלו גדרוהיו. Er kommt nämlich nicht bloß in Scholion vor, sondern auch in Tosephta Sota XIII, ferner in Babli Sota p. 33 a und in Midrasch zu Canticum 8, 9. Er ist offenbar der älteren Quelle Megillat Taanit entlehnt. Es scheint, baß die Geschichte von der Stimme, welche diese Worte verkündet, und von Simon, bem Gerechten, der sie vernommen haben soll, auf einer combinirenden Sage beruht. In Tosephta und den andern St., wo davon die Rebe ist, wirb sie mit dem wunderbaren. Creigniß von Iochanan, bem Hohen- Priester, b. h. Hyrkan I, in Verbindung gebracht. Bei beiden ist angegcben, daß die unbekannte Stimme in aramäischer Sprache sich habe verlauten lassen: ובלשון ארמי שמק. Die Sage hat nun folgendermaßen combinirt: Iochanan habe eine Art Offenbarung aus dem Allerheiligsten in aramäischer Sprache vernommen: die Söhne haben über Antiochos 7«