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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 2 · p. Seite 91

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 2
Article
Das Zeitalter der griechischen Übersetzung des Buches Hiob
Date
1877-01-01
Page
Seite 91 (sequence 9)
Language
German
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Das Zeitalter der griechischen Uebersetzung des Buches Hiob. 91 Man darf nicht aus dem Fragment des Aristaias oder Aristeas (bei Alexander Polyhistor-Eusebius) schließen, daß bereits lange vorher, etwa um ISO ante eine Hiob-Version existirt habe. Tiefes Aristaias-Fragment enthält nichts weiter als einen gedrängten Auszug aus dem prosaischen Prolog und Epilog des Buches Hiob. Diese Partie war leicht wiederzugeben. Dagegen den Hauptinhalt Hiob, die Dialoge und Monolöge mit ihren Archaismen und Aramaismen war nicht leicht ins Griechische zu übersetzen. Dazu gehörte eine bedeutende Gewandtheit und Hebung, die nicht bei den Griechisch redenden Judäern in so früher Zeit vorauszusetzen sind. Es scheint sogar, daß der Hiob-Uebersetzer selbst den Aristaias vor sich gehabt hat. Denn die Nachschrift ist, wie Freudenthal mit Recht aufstellt, dem Aristaias entlehnt (hellenistische Studien S. 139 fg.). Wie kommt nun ein Vertent, welcher den Text wörtlich wiederzugeben bestrebt ist, dazu, gleich in Anfang (zu 2, 11) abweichend vom Texte den drei Freunden Hiobs Epitheta zu geben : ״Eliphaz, König der Thaimaner, Baldad, der Saucher Tyrannos, und Sophar, der Minäer König? Es steht aber wörtlich so bei Aristaias, und der Vertent, für den dieser Schriftsteller bereits eine Autorität war, hat aus ihm diese Zusätze entlehnt. Er muß also viel später als Aristaias übersetzt haben. Folglich rührt die Nachschrift zu Hiob ebenfalls vom Uebersetzer selbst her, und er hat diese ebenfalls dem Aristaias entlehnt. — Ist die gegenwärtig in die Septuaginta aufgenommene Hiob-Uebersetzung ein Kind des ersten christlichen Jahrhunderts, dann müßte ein genaues Eingehen interessante Ergebnisse für den Geist derselben liefern.

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