Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Ein Aktenstück
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 3)
- Language
- German
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den sel. Mannheimer als Reformer kennzeichnete, wollte de Kaiser demselben zur Zeit, als das Concordat noch in volle Kraft bestand, keine Auszeichnung gewähren. Noch mag bemerkt werden,-daß ein gewisser früher vielge nannten, jetzt vergessener Mann, J g. Deutsch per80n» Zrm. beim Concordatsminister Grafen Thun war und von ihm al■: Vertreter der Orthodoxie betrachtet wurde. Und nun mag der allerunterthänigste Vortrag des Staats Ministers Schmerling folgen. ׳ Allergnädigster Herr! Der Prediger und Seelsorger der isr. Cultusgemeinde in Wien. Mannheimer, wirkt bereits seit dem I. 1824 in unermüdlicher und auf opfernder Weise für die Civilisation und Cultur der Israeliten in Wien und hat sich durch seine Thätigkeit als Seelsorger, Prediger und Lehrer einen , weit verbreiteten vorteilhaften Ruf erworben. Dieses vieljährige verdienstliche Wirken M's. veranlaßte die Vertreter der isr. Cultusgemeinde in Wien um die Allergnädigste Verleihung einer Auszeichnung für M. zu bitten, indem sie darauf hinwiesen, daß derselbe bereits 70 I. alt ist und schon seit 4 Decennien seine Berufspflichten in Wien mit Auszeichnung erfüllt. Die Repräsentanten der isr. Cultusgemeinde heben zur Unterstützung ihrer Bitte insbesondere hervor, daß M. durch die Regelung des isr. Gottesdienstes, durch die Einführung der Geburts-, Trauungs- und Ster- \ bematrikel, durch Gründung der isr. Cultusgemeinde, durch seine lichtvollen Kanzölreden und seine erfolgreiche Thätigkeit als Religionslehrer, durch die Einführung und Verbreitung deutscher Gebetbücher und durch sein rastlos Humanitäres Wirken als Armenvater der Gemeinde, sich nicht nur um die Wiener isr. Cultusgemeinde, sondern auch um die religiösen und Culturzustände der Israeliten in ganz Oesterreich wesentliche Verdienst? erworben habe. Endlich führen die Bittsteller an: daß M. in Folge seines Muster HWn Familienlebens und seiner vorzüglichen Eigenschaften die allg. Achtum genidße, so wie er auch wegen seiner bei verschiedenen Anlässen mani