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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 8 · p. Seite 292

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 8
Article
Die Abfassungszeit des Pseudo-Aristeas
Date
1876-01-01
Page
Seite 292 (sequence 4)
Language
German
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292 DK AbfaffungSzeit des Pseudo-Aristeas. Ist schon die Erzählung von dem BMotheken-Amt des Phalereüs unter Philadelphus unhistorisch, so ist es nicht minder die Angabe, daß dieser athenische Archon gewußt habe, daß es zwölf Stämme Israels gebe, daß er dem König gerathen, von jedem Stamme je sechs Männer zum Werke der Uebersetzung des Pentateuchs kommen zu lassen, und daß endlich wirklich. 72 Dollmetscher, aus jedem Stamme ׳e sechs, nach Alexandrien gekommen seien. Ein Schriftsteller, welcher in der nachexilischen Zeit den Bestand der zwölf Stämme voraussetzt, bringt sich um jede geschichtliche Glaubwürdigkeit. Wie gesagt, gälte es bloß die Ungeschichtlichkeit Ser Darstellung von dem Zustandekommen der griechischen Uebersetzung unter Philadelphus auf Anrathen des Phalereus, vermittelst der 72 Dollmetscher zu eonstatiren, so brauchte man kein Wort darüber zu verlieren, um die Untersuchung von neuem aufzunehmen. Der pseudepigraphische Charakter der Aristeasepistel ist sonnenklar. Aber es verdient doch untersucht zu werden, in welcher Zeit diese Pseudepigraphie entstanden ist, da die Momente, Ehe fand aber erst um 276 statt. Noch mehr. Der Brief läßt die Dolmetscher nach Alexandrien kommen, nachdem Philadelphus einen Sieg« über Antiogonos Gonatas gefeiert. Dieser Sieg fand 262 statt. Philadelphus hatte damals bereits mehr als 20 Jahre den Thron eingenommen. Und so lange soll er Demetrios Philadelphus an seinem Hofe behalten haben, gegen den er mit Recht erzürnt war? Dazu kommt noch ein anderer Anachronismus. Der Brief läßt beim Eintreffen der Dolmetscher den Philosophen M e n e d e m o s, den Gründer der eretreischeu Schule in Alexandrien anwesend sein und die philosophischen Tischgespräche derselben bewundern (p. 48), Menedemos müßte demnach nach 262 gelebt haben. Allein mehrere griechische Autoren geben an, daß er ein Zuhörer Plato's gewesen sei und zwar im 24. Lebensjahre, und wenn er auch das Mer von 84 Jahren erreichte — oder gar 94 nach Hody's Emendation, — - so war er in dieser Zeit nicht mehr am Leben. Noch mehr, dieselben Autoren lassen M. gleich nach Besiegung der Gallier vor Gram sterbm um 278. Wie. kann er 262 an Philadelphus' Hof gewesen sein? Außerdem steht es fest, daß er nur einmal in Aegypten als Gesandter und zwar bei Ptol- Lagt war, im Alter blieb er demnach beständig in Makedonien. Vergl. darüber Hody's Abhandlung zu Aristeas p. 37 fg.

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