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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 5 · p. Seite 192

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 5
Article
Mythenmischung in der Hagada
Date
1876-01-01
Page
Seite 192 (sequence 16)
Language
German
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192 Mythenmischung in der Hagada. Ein Beitrag zur jüdischen nach der Auffassung der Hagada nicht sowohl um ein Kind, als vielinehr um einen Embryo, allenfalls um ein im Augenblicke der Geburt befindliches Kind handelt. Eine solche embryonische Gestalt wollen denn wohl auch die Abbildungen des Gottes darftellen. ') In der That erscheint er auf den ältesten Abbildüngen fast in derselben Form eines ״zusammengerollten Blattes" oder einer ״zusammengelegten Tafel" d. i. in der hockenden, kauernden Lage, wie sie die Hagada als die des Embryo beschreibt, eine Lage, welche erst später und ganz willkürlich mit einer aufrechten Stellung, wie man aus den zahlreichen Abbildungen bei Cuperus ersehen kann, vertauscht!vorden ist. Dies geht auch aus der Angabe Plutarch's a) hervor, daß die Füße des Gottes gebrechlich oder unkräftig gewesen seien, eine Angabe, die wohl nur die embryonische Lage der Füße schildern will. Dieser Umstand ist aber für die Bestinimung der eigentlichen Bedeutung des so viel verkannten Gottes durchaus nicht gleichgültig, vielmehr bildet die embryo- Nische Haltung desselben im Verein mit den in unserer Hagada enthaltenen Angaben den Schliissel für das Verständniß seiner Bedeutung. Versetzt man diese Angaben wieder auf den heiinischeu Boden der ägyptischen Mythologie, so weist Alles in denselben darauf hin, daß Horus — mag er auch im öffentlichen Cultus bloß als Sonnengott gegolten haben, und verehrt warden sein — seiner tieferen Bedeutung nach der R e p r ä s e ntant der Weisheit und Erken n t n i ß, oder richtiger des dem Menschen eingeborenen und doch niemals zu befriedigenden Dranges nach Weisheit und Erkenntniß gewesen sein muß. י) Bei Plutarch führt der Gott die Bezeichnung naidiov veoyvöv, de Pyth. orac. p. 400a. *) de 18. et Osir. ed. Parthey 32,10 (cap. 19) ucrdsvij xoZg xdrco- &sv yvioig.

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