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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 4 · p. Seite 170

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 4
Article
Über die Beschneidung
Date
1876-01-01
Page
Seite 170 (sequence 2)
Language
German
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170 Ueber die Beschneidung. Im Folgenden wollen wir das Gebot der Beschneidung wenn auch nicht wissenschaftlich begründen, aber doch zu einer solchen Begründung Anregung geben. Wenn man von der Richtigkeit aller Lehren Mose's durchdrungen ist, so kann man nur mit vollem Herzen wünschen, alles das hinwegzuräumen, was Nichtjuden an unserer Lehre anstößig erscheinen könnte. Daß die Beschneidung ein solcher anstößiger Punkt ist. wird nicht bezweiseit werden. I. Warum die Beschneidung in Deuteronomium nicht erwähnt wird, sowie andere Einwände gegen dieselben als ein wesentliches Gebot, wollen wir hiermit nicht betrachten. Man hat gesagt, daß Mose vielleicht selbst unbeschnitten gewesen sei. Jndeß der Umstand allein scheint das Gegentheil zu beweisen, daß die aegpptische Königstochter beim ersten Blick auf das Kind im Kästchen ausrief: Es ist ein hebräisches Kind. Man könnte auch glauben, daß Mose den Bund Gottes mit Abraham für erfüllt gehalten habe, indem er ausrief: Siehe, du bist geworden wie die Sterne am Himmel (V 1 V. 10), also die Beschneidüng vielleicht bloß noch für die directen Nachkommen Abrahams für bindend erachtet habe. Doch dies würde ja gar nicht erklären, weshalb Gott das Gebot der Beschneidung überhaupt jemals erlassen hätte. Und die Gebote Gottes sollen ja überall auch erklärlich sein auf Grund dessen, was wir für richtig halten, nicht bloß auf eine anscheinende Laune gegründet. So ist ja auch schon Noah das Gebot nur reine Thiere und kein Blut zu essen, gegeben worden, obgleich wir erst uns bewußt zu werden anfangen, daß dies Gebot eine ganz materielle, leicht nachweisbare Unterlage hat.') N. Denselben Grund, wie bei dem Verbot des Schweinefleisches, ') Vgl. Jüd. Literaturblatt 15. Aug. 75. Speisegesetze und Blutessen von Gebr. Kornfeld. Israel. Wochenschrift S. Dez. 75.

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