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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 2 · p. Seite 92

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 2
Article
Christliche Beeinflussung der jüdischen Lehre
Date
1876-01-01
Page
Seite 92 (sequence 2)
Language
German
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SS "" mit Ausnahme der Uebertretung des dritten Verbots im Dei kalog (לא תשא). Formell wird dies aus der Strafandrohung לא ינקה im Dekalog geschlossen (Schw. 32 a), während aus ינקה! an Exodus die Sühne für den Bußfertigen gedeutet wird (Zorn. 86 a). Mir ist gerade aus diesem Grunde zweifelhaft, daß mit לא ינקה in, Tekalog zunächst auf die falschen und vergeblichen Eide hingedeutet werden solle, sondern wahrscheinlicher, daß damit die Anerkennung falscher Götter als wahrer, deren Benennung mit dem Namen Gottes, gemeint sei (Sabb 120 a). So schließt sich das dritte Gebot auch folgerichtig dem zweiten an und hat eine berechtigte Stellung im Dekalog. Nämlich אנכי (erstes Gebot): Ich bin der wahre Gott; לא יהיה (zweites Gebot): Es giebt keinen andern Gott; לא תשא (drittes Gebot): Du sollst etwas Anderes nicht Gott nennen.') Die Uebertretung schließt wirklich die Leugnung einer Grundlehre des Judenthums ein; das Verbot des falschen und vergeblichen Eides ist eine derivirte, keine Grundlehre. Wir sehen also, daß die Bezeichnung Gottes als eines Gottes der Liebe deutlich genug ausgesprochen ist, nicht blos der doctrinäre Begriff der Liebe an sich, sondern auch die praktische Anwendung derselben auf die waltende Strafgerechtigkeit Gottes. Die Strafgerechtigkeit widerspricht bei Gott seiner Liebe nicht; beide Begriffe decken sich in Gott. Die Strafgerechtigkeit, anthropomorphisiisch in der Bibel ״Zorn" genannt, darf im Gottesbegriffe nicht fehle», sie schließt die Liebe nicht aus; die ausschließliche Liebe aber würde der Gerechtigkeit entbehren. Um seiner Gerechtigkeit wie Liebe willen/ muß daher Gott Gericht üben gegen den unbußfertigen Sünder und Liebe walten laffen gegen den bußfertig und gebessert um׳ kehrenden Frommen. So fordert es die Gerechtigkeit und Liebe Gottes, die beide die Herrschaft des Guten und das Wohl des Menschen im Auge haben. Es durfte daher mit besonder»» Nachdruck hervorgehoben werden; ״ אל קנאGott richtet (aus *) Bergl. Graetz, Geschichte B. I S. 38. ״ן™״״? ־.-,< ׳'rf,■•׳‘ •״V י■״,י ^י; י* נ^־־י׳י■ *־״<׳ ■־*־־יי ״י * ry >y” /Notizen ■/■’׳

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