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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 2 · p. Seite 86

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 2
Article
Nasiräer
Date
1876-01-01
Page
Seite 86 (sequence 1)
Language
German
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R ö t i z e n. ־ .1 ׳ . . Uafiraer.') Das Nasiräat gehört im mosaischen Judenthum zu den vdr-. gefundenen und geduldeten, aber weder geschaffenen, noch gebilligten Einrichtungen. Die religiös-gesetzlichen Anordnungen darüber finden sich Num. 6. Die Einrichtung bestand in der Erfüllung besonderer asketisch er Gelübde und gehört, wie ascetische An׳ schauung und Lebensweise überhaupt dem Heidenthum an. Moses billigte das ascetische Leben nicht. Nicht einmal die Anordnung des Fastens finden wir bei ihm mit Sicherheit; denn ob . . . ועניתכש (Lew. 2g) die Vorschrift des Fastens, am JöMD Kippur enthält, ist mindestens zweifelhaft. Moses fand asce. tische Anschauungen und Gewohnheiten im Volke, die sich nicht: plötzlich beseitigen ließen. Er duldete sie, wie vieles Andere, ( aber forderte und förderte sie nicht. Er regelte indeß solche i Einrichtungen und Lebensweisen gesetzlich, um ihre allmäligeM Beseitigung vorzubereiten. Bei den heidnischen Völkern wurzelte^ die Ascetik in den, Naturreligionen eigenthümlichen Anschauungen. Man suchte den Zorn der Götter durch Hingabe des eignen Bluts und Lebens zu beschwichtigen. Noth und Unglück, s welche man auf den Zorn der Götter zurückführte, veranlaßten daher zu ascetische» Gelübden und Hebungen. Eine gleiche Ver- | anlassung bot das Absterben des Naturlebens, welches man gleichzeitig als den Tod des landesüblichen Naturgottes auffaßte ») Selbstverständlich vertreten die Herren Mitarbeiter ihre individuellen Ansichten, wie Über die historischen, so auch über die dogmatisch-religiösen Ansichten. Die Redaktion übernimmt keine Verantwortlichkeit dar- Her und gewährt lediglich unbeschränkte Forschungsfreiheit: הדרשה תדרוש. D i e Redakti o n.

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