Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Karäische Studien
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829472-2829475-2869133--16648-2869156- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Karäische Studien. S5 wie die der karäischen Literaturgeschichte entweder schon eine wesentliche Bereicherung erfahren haben dürfte, oder doch — und dies ist gewiß — manch' fruchtbare Anregung erhalten wird. Es erscheint nun vielleicht unbillig oder doch unräthlich, in einem Momente, wo die Fachkreise den nur wenig bekannten, erst durch diesen Katalog erschlossenen Petersburger Schätzen ihre Aufmerksamkeit zuwenden dürften, ihnen zuzumuthen, auch auf solche Gegenstände der karäischen Literatur ihr Augenmerk zu richten, die nicht unmittelbar mit der Petersburger Bibliothek zusammenhängen. Wenn es aber andererseits im Allgemeinen ebenso ungerecht wäre, einem wissenschaftlichen Beitrage den Mangel an Zeitgemäßheit vorzuwerfen, so soll dieser Vorwurf unsere Beiträge um so weniger treffen, als sie, wenn auch nur mittelbar, ntit der Frage betreffs der Glaubwürdigkeit Firkowitsch's, eben desjenigen Mannes, von dem die Bibliothek in Petersburg die berühmte Sammlung erworben, im Zusammenhange stehen. Wir wollen nämlich aus dem in Deutschland nur wenig bekannt gewordenen Schriftchen Firkowitsch's כני רשף «Wien 1871 ed. Smolensky) Einiges herausheben, was als ein Grad- Messer für die literarische Gewissenhaftigkeit Firkowitsch's betrachtet werden darf. Ich erfülle damit auch mein in dieser Monatsschrift (1873, S. 482 Anm.) noch bei Lebzeiten Firkowitsch's gegebenes Versprechen. Und, wenn es für mich auch in hohem Grade schmerzlich ist, daß eine eingehendere Untersuchung des כני רשף viel schwerere Gravamina zu Tage gefördert hat, als ich anfänglich ahnen konnte, und daß ich dieselben gegen einen Verstorbenen Vorbringen muß, der sich nicht vertheidigen kann, so darf ich gleichwohl die Anklage nicht unterdrücken, weil bei Beurtheilung wissenschaftlicher Funde die literarische Ehrlichkeit des Finders nicht ganz aus dem Spiele bleiben kann. Es würde mir persönlich wohlthun, wenn ein geschickter Anwalt die Vertheidigung