Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Zur Erklärung einiger dunkler Stellen im Propheten Ezechiel
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
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Zur Erklärung einiger dunkeln Stellen im Propheten Ezechiel. 83 ist bekanntlich auch eingetroffen, da ein Nachkomme Jojachin's die, wenn auch beschränkte Herrschaft über Juda erhalten hat. Indessen scheint es, daß nicht alle, welche zum Prophetenkreise gehört haben, daniit einverstanden waren, daß Jojachin's Nachkommen den Thron Davids einnehmen sollten. Zum Schluffe einer Prophezeiung Jeremia's, welche gegen Jojachin gerichtet ist (Jerem. 22, 20 — 27), wird gegen diesen König eine Androhung ausgesprochen, daß keiner seiner Nachkommen in Inda herrschen solle (V. 30):כתבו את האיש חוה ערירי . ,. כי לא ■ יצלח מורע׳ איש ישב על כסא דור ומושל עור ביהודה. Diese Partie (V. 28—30) kann nur zur Zeit gesprochen sein, als Jojachin bereits mit seinen Kindern in Gefangenschaft war (V. 28-: האיש הוה כמהו . . . מדוע הוטלו הוא וזרעו והשלכו על הארץ אשר לא ידעו. Die Verba im Perf. הוטלו... השלכו sprechen deutlich genug dafür, daß die Partie der Zeit angehört, als Jojachin bereits geschleudert und geworfen war in ein ihm unbekanntes Land, d. h. nach Babylonien. In dieser Partie ist auch von Jojachins K i n d e r n die Rede: הוא וורעו. Nun ist die Frage, ob er zue Zeit seiner Gefangenschaft bereits Söhne gehabt hat. Er war bekanntlich zur Zeit seiner Thronbesteigung erst 18 Jahre alt und hatte nur 100 Tage regiert. In Könige ist auch nicht angegeben, daß seine Kinder mit ihm exilirt worden sind, obwohl ausführlich erzählt wird, daß seine Mutter und Weiber nach Babylonien deportirt worden find. Hätte er damals auch nur einen Sohn gehabt, so würde der Erzähler nicht ermangelt haben, auch dessen Deportation zu erwähnen. Man kann also als bestimmt annehmen, daß die acht Söhne Jojachims, welche in der Chronik aufgeführt werden (I, 3, 17—18), ihm erst im Exils geboren wurden. Folglich ist dieses Stück in Jeremia, welches von Jojachin und seinen Kindern im Exile spricht, lange nach dessen Deportation gesprochen, d. h. in der nachexilischen Zeit. Das Stück gehört wahrscheinlich gar nicht Jeremia an, sondern einem feiner in Babylonien lebenden