Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Graecus Venetus [Rezension]
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 518 (sequence 6)
- Language
- German
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518 Recensionen. fallen. Genes. 24, 31 für נב׳וא ברוך י״י zu lesen בוא ברוך י״י ״Komme, gelobt sei Gott" (äq1:0 tvÄoy-qxöc 0 ovtwrxjs): desgleichen Gen. 26, 29 für אתה ערתה — אתה עתה ברוך י״י ״ ברוך י״יdu jetzt, gelobt sei Gott!?" (<sv viv, ebXoyqtbg b ovzwrqs). Nach diesen zwei Stellen erscheint es sonderbar, daß Delitzsch dem Verteilten den Vorwurf der Gottlosigkeit machen will. Findet er doch auch da Gottes Preis, wo nach der Masora und allen Uebersetzern nichts dergleichen zu suchen ist! Noch einen groben Schnitzer heben wir darum hervor, weil er sich wiederholt. Genes. 22, 16 und Gen. 44, 18 hielt der Vertent בי für בי in den Verbindungen בי נשבעתי נאבש י״י (onneq w/ioau, (p-rjaiv b dvwnijc) nnd ויאמר בי אדני i)’ on ösonof ifil). Ein solches Btißverstehen von pentateuchischen Stellen, von denen einige an markanten Orten, wie z. B. zum Beginne einer Parascha, wäre einem Juden unmöglich. Wir sehen aber auch gar nicht ein, warum nicht ein christlicher Gelehrter, der bei einem Juden, wenn man will, bei Semarja, das Hebräische erlernt hatte, von diesem zumeist, nicht inrmer geleitet, der Autor unserer Version sein kann. Es erklären sich dann die Jrcthümer, namentlich bei der Wiedergabe von Zahlen, sehr leicht. Das war eben ein Capitel, in welchem der Schüler sich heimisch genug glaubte, um des Lehrers Hülfe entrathen zu können. Die Anfragen beim Lehrer geschahen auch vielleicht mehr allgemein, als in Beziehung auf ganz bestimmte Stellen; daher die phonetischen Jrrthümer. Es gab im 14. oder IS. Jahrhundert in Griechenland für einen Christen viel eher Mittel und Wege, hebräisch zu lernen, als für einen Juden, die von zartester Kindheit an gepflegte Thora zu vergessen. So wenig wir auch von den Zuständen der griechischen Judengemeinden im Mittelalter wissen, so viel ist gewiß, daß sie den alexandrinischen nicht glichen, da man sich mit der Bibel und biblischen Materien beschäftigen konnte, ohne ihre Sprache ge-