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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 10 · p. Seite 474

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 10
Article
Notiz über die Frankisten [Nachricht]
Date
1875-01-01
Page
Seite 474 (sequence 2)
Language
German
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ohne Weiteres die Namen des alten polnischen Adels. Die Verfolgung in Polen fürchtend, begab sich Frank nach Oesterreich, wo ihn der Kaiser Joseph in Schutz nahm. Er hielt einen fürstlichen Hof in Brünn. Ich weiß mich zu erinnern, daß ich auf der Reise nach Wien, im Jahre 1783, ihn in einem sechsspännigen Wagen fahren sah, sechs Ulanen ritten voraus. Zehn Jahre später ging er nach Aschasfenburq '), wo sich ihm der Fürst Lubomirski anschloß. Der Letztere wurde dem Gerüchte nach zum Halbjuden und heirathete Franks Tochter. Seit dieser Zeit ließ er nichts von sich hören. Von seiner ersten Frau, der Tochter des österreichischen Feldmarschalls, ließ er eine Tochter Lucia zurück, die sich später mit dem Fürsten Janusz Tyszkiewicz vermählte. Mögen sich diejenige, welche diese Memoiren lesen, ihrer Unordnung nicht wundern. Ich schreibe die Erinnerungen, wie sie sich in mein Gedächtniß drängen, nieder. Der Uebertritt des Fürsten Lubomirski zur Sekte der Frankisten erinnert mich wieder an die Zeit meiner frühesten Ingend. Meine Eltern wohnten noch zu jener Zeit in Skoki. Ich mag sechs Jahre alt gewesen, sein, als ich auf dem Wege, der nach Lrresö führte, viele jüdische Wägelchen vorüberzie- Heu sah. — ״Mein Gott! — sagte meine gute, fromme Mutter, was haben wir. nicht erlebt? Der Fürst RadziwU wurde zum Juden, die Kapzunem * *) laufen nach Czerniawic." Und in der That der Fürst Radziwit, an dem man schon früher verschiedene Zeichen der Gemüthsstörung bemerkte, ließ sich zuletzt von den Juden bekehren. Derselbe hinterließ drei Söhne: Jaküb, welcher wahnsinnig wurde, Dominik, der sich mit meiner Nichte vermählte, und Michak, dem Woywoden von Wilna." F. L. ’) Soll heißen: Offenbach. *) Kabzonim קבצנים, Bettler, arme Juden.

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