Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Notiz über die Frankisten [Nachricht]
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 473 (sequence 1)
- Language
- German
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Notiz über die Frankisten. Es wird immer mehr bekannt, daß die frankistische Bewegung größere Wellenkreise in der damaligen Gesellschaft gemacht hat, als man bisher vermuthet hat. In den polnisch geschriedenen Memoiren des liebenswürdigen Schriftstellers U Niemeszcewicz, Pami^lniki Czasöw moich (Erinnerungen aus meiner Zeit) 1868 theilt der Verf. (p. 52—53) einige Anekdoten aus dem frankistischen Kreise und Urtheile polnisch erseits über diese eigenartige Sekte mit. Daraus scheiut Hervorzugehen, daß sich ihr auch Polen von reinstem Wasser angeschlossen hatten. Indessen ist nicht Alles, was der Verf. darüber berichtet, historisch treu. Er schrieb seine Memoiren im hohen Alter und theilt Jugenderinnerungen mit, welche theils durch den Abstand der Zeiten und theils durch die Leiden des Vers., der als Verbannter oder als Helote mehrere Jahre in Sibirien gelitten hat, verblaßt sein mögen. ״Der Fürst Marcin L u b o m i r s k i heirathete die Tochter des österreichischen Feldmarschalls Staddik. Nach einigen Jahren verlor er sein ganzes Vermögen, begab sich endlich zu Frank, einem polnischen Juden, dem Anführer einer neuen jüdischen Sekte, welche in Polen unter dem Namen 8zad8aö w i n n i k i bekannt war. Diese Sekte vereinigte die beiden Testamente, fie gab die bereits eingetroffene Ankunft des Messias zu, um für Christen zu gelten, heimlich aber hielt sie ihre alten Gebräuche fest. Sie vermählten sich nur untereinander, feierten Sonntag und Sonnabend; das Alles thaten sie aber heimlich. Viele Juden in Polen gingen zu dieser Sekte über und zwar die bedeutendsten: Woioscy, Krysiüscy, Szymanorvscy, Lanckoroüscp; denn sie wählten sich