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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 10 · p. Seite 458

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 10
Article
Die Familie Gradis
Date
1875-01-01
Page
Seite 458 (sequence 12)
Language
German
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458 Die Familie Gradis. da die Wähler, welche ihre Beschwerden und Wünsche ofsiciell formulirt hatten, den Deputaten nicht das Mandat mitgegeben hatten, sie zu erledigen. Dadurch wurde sie fast drei Jahre, fast bis zur Schlußsitzung der Versammlung immer wieder aufgeschoben und wäre beinah gar nicht votirt worden. Wäre nun David Gradis zum Deputirten gewählt worden, so hätte die Frage sofort in Angriff genommen werden muffen, nämlich zu entscheiden, ob der jüdische Deputirte zu Sitz und Stimme in der Versammlung berechtigt wäre. Möglich, daß die Sache auch eine andere Wendung genommen hatte. Die Frage um David Gradis' Zulassung wäre vielleicht Anfangs, als die feudalen und clericalen Deputirten noch das Uebergewicht hätten, verneint und dadurch die Verhandlung darüber ein für alle Mal abgeschnitten worden. Noch eine andere Auszeichnung wurde ihm im ersten Revolutionsjahr zu Theil. In Bordeaux wohnten reiche Creolen, welche ihre Besitzungen in den überseeischen französischen Colonien hatten. Sie waren besorgt, welches Loos die Revolution den Colonien bringen würde, und veranstalteten eine Versammlung in einem Kloster, um ihre Wünsche der Notabelen-Versammlung zur Kenntniß zu bringen. Diese Creolen wählten David Gradis zu ihrem Vorsitzenden, und er leistete ihrer Sache mit großem' Eifer wesentliche Dienste. Aber das Haus Gradis litt bedeutende Verluste durch die Revolution. Da Frankreich durch die Mißwirthschaft der Bourhonen verarmt war, so nahmen die Machthaber, welche den Staat vom Ruin retten wollten, Geld wo und wie sie es erlangen konnten.' Dem reichen Hause Gradis wurden außerordentliche Contributionen aufgelegt, man nahm ihn! alle Silber- und Goldgeräthe und legte Beschlag auf die Ausfuhr auf den Schisfen. Ein großer Theil des Vermögens dieses Hauses bestand in den Besitzungen in St. Domingo und in Martinique. Aber auch diese gingen zum Theil verloren. Ein Aufstand in St. Domingo brachte der Besitzung der Gradis auf dieser Insel de«

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