Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die christliche Absolutions-Idee im Judenthum
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829458-2829468-2868874--16377-2868924- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die christliche Absolutions-Idee im Judenthum. 415 hierüber ausdrücklich: ובשלשת הוידויים היה מחכוין לגמור את השם כנגד המברכין ואומר להן תטהרו. Auch die in der Beschreibung des Tempel׳-Rituals bedeutungslose Nachahmung des Kuiens scheint in diesen Tendenzen ihre Erklärung zu finden. Dies Alles ist eine entschiedene Neuerung, wofür es im hohenpriesterlichen Rituale keine Anlehnung gibt. Man ging noch weiter, indem auch Versuche gemacht wurden, sich die hohepriesierliche Machtvollkommenheit zur Aussprechung des göttlichen Tetragramms anzumaßen, denen Männer wie Saadias und Andere entgegentraten. Die Versuche scheineu indeß doch nicht ohne Erfolg gewesen zu sein, denn R. Hai, der letzte Exilarch, suchte dieses Vorrecht wenigstens noch für die eine, aber wichtigste Stelle am Schluffe תטהרו rt לפני zu retten. Mit vollständigem Erfolge scheint diesen Mißbrauch erst R. Ascher durch seinen mächtigen Einfluß und seine anerkannte Autorität beseitigt zu haben. Auch trat von da an die Weisung im נהיה מתכוין לגמור) ם׳ עבורה, den Gottesnamen im Gesänge anzuhalten und תטהרו getrennt zu sprechen, in den Hintergrund. Alzey. vr. Rothschild.