Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Eine Stelle in Menachoth
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 406 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829458-2829468-2868872--16365-2868915- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
406 Eine Stelle in Menachoth. diejenigen herabblickten, welche ihnen bei der Besprechung halachischer Fragen unterlegen waren. — Und von diesem Gesichtspunkte ans hat auch das Auftreten R. Akiba's eine über den hier erzählten Vorfall hinausragende Bedeutung. Ans feinen Worten erkennen wir, wie «tief es sein Herz betrübte, daß ein so verderblicher Geist uni sich griff, und mit welcher Entschiedenheit er gegen denselben Front rnachte. Grade die gegenseitige Hochachtung, welche die jüdischen Gesetzeslehrer sonst vor einander hegten, hat die Kenntniß der Thora am meisten gefördert; wenn nun die Kundigen sich einander verkleinerten, ein Jeder die Verdienste des Andern schmälerte, so lag darin keine geringe Gefahr für die Entwickelung des religiösen Lebens. War es da ein Wunder, daß N. Akiba, als er eines Tages sich besonders angewidert fühlte durch eine nicht blos einem Genossen, sondern, wie der Ausdruck שהשבת את הזקן beweist, einen! älteren hervorragenden Lehrer entgegentretende Ueberhebung, seinen Unmuth nicht mehr zurückhalten konnte und dem triumphirenden Juda zurief: ״Dein Gesicht erglänzt vor Freude; mich aber würde es wundern, wenn Du ein hohes Alter erreichen solltest!" — Wichtiger aber als dieser Ausspruch ist für uns die durch R. Juda b. Jlai konstatirte Thatsache, daß Juda b. Nehemias — ob in Folge der Worte R. Akibas, ist für uns gleichgültig — in der Zeit zwischen Peßach und Schebuoth eines frühzeitigen Todes gestorben ist. Wenn Ersterer glaubt, derselbe habe durch sein anmaßliches Wesen sein schnelles Lebensende verschuldet, so hat er damit nur der damals allgemein herrschenden Ansicht Ausdruck gegeben, nach welcher derselbe Fehler die Ursache der unter den ersten Jüngern ausgebrochenen Pest gewesen ist. — Sollte man nach allen diesem noch Anstand nehmen, den Juda b. Nehemias für einen Schüler R. Akibas anzusehen? Chronologische Schwierigkeiten bieten sich nicht dar, da einerseits, wie bereits hervorgehoben, jener offenbar jünger als R. Tarphon und R. Akiba gewesen, andererseits die Bemerkung R.