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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 9 · p. Seite 390

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 9
Article
Aktenstücke zur Confiscation der jüdischen Schriften in Frankfurt a. M. unter Kaiser Maximilian durch Pfefferkorns Angeberei
Date
1875-01-01
Page
Seite 390 (sequence 6)
Language
German
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890 Aktenstücke zur Confiscation der jüdischen Schriften in Franksa. M. habe, das habe der Kaiser (in der Nähe) gehört, und habe ihm deswegen das ihm billig scheinende Mandat gegeben, weil er es für seine Pflicht gehalten, allen Klagen gerecht zu werden. Jonathan theilte diesen Umstand den Frankfurtern mit, damit sie die Täuschung fahren lassen mögen, als sei die Sache durch einen oder zwei Fürsten angeregt worden, um von den Juden Geld zu erpressen. Dem sei nicht so, sondern die Sache habe einen ernsteren Hintergrund. Er ermahnte daher die Frankfurter, verständige Männer an den Kaiser zu senden — und viel Geld mitzubringen, die es versuchen mögen, die schlimme Sache zu vereiteln, weil zu befürchten sei, daß eine große Verfolgung daraus entstehen könnte. Jonathan Zion berichtet weiter in diesem Schreiben: ״An Freitag 6. Marcheschwan (20. October) schickte der Markgraf von Baden zu den Juden von Bern und verlangte, daß sie zu ihm in sein Quartier kommen mögen, damit er den Inhalt ihres Gesuches wider den Apostaten erfahren könnte. Denn der Kaiser hat ihn zu unserem Procurator in der Sache ernannt. So kam ich zu ihm am Freitag und blieb bei ihm an drei Stunden. Er ließ mir eine Supplication geben. . . . Ich gab ihm etwas dafür, und wenn er seinen Plan nach dem Inhalt der Supplication durchsetzen wird, werde ich ihm bald noch 100 Gulden für seine Mühe geben. Er that auch so und gab sich sehr, sehr viele Mühe. Auch Isaak (Triest) hat durch einen Hofmann beim Kaiser Günstiges für uns gehandelt." Jonathan Zion sprach ferner in dem Berichte die Vermuthung aus, daß die durch Isaak Triest gewonnenen Fürsten, der Markgraf von Baden und der M a r s ch a l k G o l d e ck e r, der sich sehr wohlwollend gegen ihn gezeigt, ein günstiges Resultat erzielt hätten. Denn als Pfefferkorn am 15. Marcheschwan (2S. Oct.) an den kaiserl. Hof gekommen war und laut in Gegenwart von Reitern und Fußgängern gegen ihn (Jonathan) Schimpfworte ausgesprochen, so daß er genöthigt war, einen Fuß fall vor dem

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