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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1875-01-01 · Heft 7 · p. Seite 303

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
24 (1875)
Issue
Heft 7
Article
Zur Pentateuch-Kritik
Date
1875-01-01
Page
Seite 303 (sequence 3)
Language
German
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Zur Pentateuch-Kritik. SOS behaupteten früheren, mit großem Freimuthe gemachten Textesänderungen den Jeremia selbst als Beweis angeführt hätte. Dozy geräth daher mit sich selbst in Widerspruch und stellt schon am Anfänge seines Buches eine Ansicht auf, welche mit Allem, was er uns über die Geschichte der Israeliten und ihrer Schriften erzählt, im Widerspruche steht. Was die Abfassung des Pentateuchs anbetrifft, die Ansicht, daß sie nach dem Babylonischen Exil stattgefunden hätte, stützt sich, meint Dozy, auf die Tradition, und zwar auf eine feste Tradition, indem diese von drei Zeugen verschiedener religiöser Ansichten mitgetheilt wird und zwar: Jüdischen (IV Esra), Christlichen (die Kirchenväter: Augustin w. a.) und mohamme. dänischen (Jbn Octiba und Aboel-'l-fedä). Alle drei erwähnen Esra direct als den Wiederhersteller des Gesetzes, während dies von zwei andern Quellen, einer jüdischen (Talmud Babli und Jerusch.) und einer mohammedanischen (Koran)'indirect bezeugt wird, indem sich daraus ergiebt, daß die Juden vor Esra eine außerordentliche Ehrerbietung hegen; ein Umstand, der nur dann be« greiflich ist, wenn man mit Dozy Esra als den Redakteur des Gesetzes annimmt. Also die Tradition, woraus Dozy folgert, daß Esra den Pentateuch redigirt hätte, hat darum einen historischen Werth, weil sie eine feste ist, d. h. eine historische Thal» sache zur unmittelbaren Grundlage hat. Aber dann müssen auch ihre Spuren bis kurz nach Esra verfolgt werden können, soll sie als ein bewährtes Zeuguiß in Betracht kommen können. Nun bcstndet sich aber keine Spur davon weder in der jüdischen Agada — noch in der Halacha-Literatur, der einzigen Quelle, welche eine solche Tradition enthalten müßte. Diese Tradition ist daher keine feste, in der Bedeutung, welche sie für die Darlegung des Herrn Dozy haben müßte. Sie bestand bei den Juden nicht. Aber das Buch IV Esra, das doch nach Dozy ein altes jüdisches Buch ist? Wenn es wahr ist, daß dieses Buch schon im ersten vorchristlich. Jahrhund ert entstanden ist, so kann

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