Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung auf das Culturleben der Völker
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
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194 Der Einfluß jüdischer und griechischer Bildung Man mag hieraus erkennen, daß Semiten und Arier nicht so grundverschieden sind, wie man sie in neuerer Zeit hat niachen wollen. Dagegen zeigte sich der Hellenismus politisch und religiös sofort in seinem schroffen Gegensätze des Orients und Occidents. Woher dennoch die Verwandtschaft der orientalischen Völker mit den Ariern? Trotz der Verschiedenheit des Sprachbaus zwischen den arischen (indogermanischen) und semitischen Völkerstammen läßt sich ebenso gut eine einheitliche genetische Abstammung derselben annehmen, wie dies heut zu Tage trotz der typischen Racenverschiedenheit geschieht. Denn die sogenannte Racenverschiedenheit ist eine solche, welche sich innerhalb desselben Welttheils nach geographischen Graden allmälig abstust und somit deutlich zu erkennen gibt, daß sie sich an demselben Menschenschlage durch klimatische Einflüsse nach und nach ausgebildet hat. Ebenso ist es mit dem Sprachbau. Zeigen sich doch, wenn auch nicht gleiche, doch innnerhin ähicliche Sprachverschiedenheiten oft innerhalb desselben Volkes und an demselben Sprachstamme. Außerdem bieten die arischen und semitischen Sprachstamme gleiche und verwandte Wort- und Sprachformen in Fülle dar. Wie dies, so deutet auch die Verwandtschaft politischer, socialer und religiöser Anschauungen und Einrichtungen auf eine ursprüngliche Berührung in der Urzeit hin. Deus, Dieu, Devil, Teufel weist auf die arischen Pews. wie auch auf das indische Via, Ze»s, Ju(piter,) Ja(jehova) hin; rex, roi entstammt dem indischen raäsclia (koptisch: rso in Pha-rao) welches wieder dem semitischen Kasclla :entspricht. Sogar die Bedeutung ״böse, gewaltig" entwickelt sich daraus, ähnlich wie das griechische Tyrannos, eigentlich ״Herrscher", die Bedeutung ״gewaltthätig" erhalten hat, weil alle Herrscher oder Gewalthaber ehemals, besonders im Orient, unbeschränkt und despotisch waren. Das semitische ״Abad" (guttural ״arbad" auszusprechen) ״dienen, Sclave sein" entstammt den: Indischen und entspricht unserem