Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 4
- Article
- R. Simeon ben Zemach Duran
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 12)
- Language
- German
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R. Simeon ben Zemach Duran. 171 früherer Zeiten bildeten, beginnen schon bei Duran sich in dialektische Weitschweifigkeit und von gelehrtem Zierrath strotzende Ueberladung aufzulösen. Freilich darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, daß die frühemsich nur mit dem Talmud allein, als der gesetzgeberischen Quelle, abzufinden hatten, während die Später!! auch die im Laufe der Jahrhunderte stark angewachsene halachische nachtalmudische Literatur in den Bereich ihrer Untersuchung mit hineinziehen mußten und demnach ihre Behandlungsweise talmudischer Fragen nicht aus individueller Willkür entsprang, sondern die naturgemäße Folge der halachischeu Entwickelung war. Wir würden jedoch Duran Unrecht thun, wollten wir dieses Urtheil auf alle seine Gutachten — deren Gesamn tzahl 802 beträgt — ausdehnen. Bei genauem Prüfen derselben muß vielmehr zwischen einer früher!! und spätern Periode, deren Grenzscheide etwa der Tod Isaak ben Scheschet's ist, unterschieden werden. Duran, der sich neben seiner immensen talmudischen Gelehrsamkeit auch eines seltenen Scharfsinnes und einer dialektischen Fertigkeit erfreute, gebrauchte in seinen j ü n g e r n Jahren — vielleicht im Wetteifer mit Ben Scheschet — vorzüglich die letzteren Eigenschaften, um auf dein Gebiete der Halacha neue, überraschende Resultate zu gewinnen. Es gibt zwei Wege, sagt er gelegentlich der Beurtheilung eines verwickelten Rechtsfalles, *) einen geraden und kürzeren und eineu krummen und längeren, um zum Resultate zu gelangen, in Wirklichkeit aber, meint er, ist der scheinbar längere Weg der Kürzere. Er drückt also hiemit seinen Hang zur pilpulistischen Methode aus. In spätem Jahren jedoch, nach Ben-Scheschets Ableben, als die von allen Seiten an ihn gerichteten Fragen sich immer mehr häuften, faßt er seine Gutachten immer kürzer und bündiger und begiebt sich jeder pilpulistischen Haarspalterei. Das Ziel, das ihm bewußt bei der Beantwortung der mannig- ,l G- A, I, 1, 72,