Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Studien über die Tosifta I
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 3)
- Language
- German
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Studien über die Tvfifta. 89 nicht als Zusatz zu Mischna 7 auffaßt. Diese Misch na, welche die Art und Weise der Neumondsheiligung auseinandersetzt, enthält neben der Ansicht des חנא קמא, daß die Heiligung sowohl nach mangelhaften als nach vollzähligen Monaten erfolgte, auch die in der Tosifta erwähnte des N. Elieser beu Zadok. Es haben aber noch weitere Differenzen über diesen Punkt obgewaltet, wie aus deu Boraithot, Babli p. 24 s und Jeruschalmi 2, 6, deutlich zu ersehen ist. Ine Gegensatz zum ח״ק wollte פלימו die Heiligung des Neumondes blos nach vollzähligen Monaten statt» finden lassen, während N. Simon beu Jochä! ג) nur von einer Heiligung der Jahre und nicht auch der Neumonde wissen wollte. Diese letzte Ansicht wird vom Jeruschalmi als die einzig richtige acceptirt und obgleich sie dem Wortlaut der Mischna am meisten widerspricht, dennoch mittelst einer exegetischen Zwangsjacke in Einklang mit derselben gebracht. Mag nun auch, wenn man es nicht anders haben will, unsere Tosifta die Ansicht R. Elieser's als maaßgebende hervorheben, so wird man doch immer zugeben muffen, daß die Fassung von sliv. 16 c die erste Hälfte der in Rede stehenden Mischna zur Voraussetzung hat. Wahrscheinlicher aber ist es, daß der Tosifta-Redakteur diesen Passus nur aus dem Grunde ausgenommen, weil er einer zweiten, den Wanderungs-Antritt der Sendboten bezüglichen Ansicht R. Elieser's erwähnen wollte, einer Ansicht, die umso beachtenswerther ist, als sie zu der j>. 21 citirten Boraitha in Widerspruch steht. Zwischen Alinea 16 und 17 ist wieder eine weite Kluft, die man nur einzig und allein durch die Mischna überbrücken kann; denn slin. 17 schließt sich den letzten zwei Mischnajoth, die den bekannten Streit R. Gamaliel's mit R. Josua zum Gegenstände haben, aufs engste an. In den beiden Talmuden finden wir ') Der Jeruschalmi allein hat die richtige Leseart. Alm. 16 e kommt im zweiten Kapitel der Tosista nochmals, u. z. mit einem andern Nachsatze vor; vgl. weiter unten. Anstatt bw שכבר קדשוהו muß man nach der Münchner Handschrift כשפים lesen.