Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Anfänge der Nabatäerherrschaft
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 16)
- Language
- German
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64 Die Anfänge der Nabatäerherrschaft. Die Eroberung der Nabatäer in dem Gebiete des Gebirges Se'i'r und die Auswanderung der Jdumäer fallen so ziemlich zusammen, wie Ursache und Wirkung, und muffen als ungefähr gleichzeitig angenommen werden. Wann ist aber diese Veränderung vor sich gegangen? In der Diadochenzeit war sie bereits zum festgesetzten Zustande geworden. Damals waren die Nabatäer bereits in Petra und Umgegend heimisch, wie bereits nach Diodor angegeben. Damals gehörte ihnen schon das todte Meer, mindestens die südlichen Ufer desselben und die dabei befindlichen Balsamgärten von Zoar. Die Veränderung muß also lange vorher, noch vor Alexanders Siegeszügen vor sich gegangen sein, also zwischen 460 und 330. Der Eingang des Propheten M a l e a ch i giebt uns einen Anhaltspunkt für die Fixirung der Zeit der nabatäischen Eroberung und der Auswanderung der Jdumäer. Dieser Prophet wollte dem Volke den Beweis liefern, daß es trotz der Anzeichen vom Gegentheil noch inirner von Gott geliebt werde (1, 2—4). ״Esrau und Jakob sind Brüder, und ich liebte Jakob und haßte Esrau, machte seine Berge zur Einöde und sein Erbe zum Wohnsitze für die W ü st e n t h i e r e. Wenn Edom spricht ״wir sind zerstört worden, wir werden aber die Trümmer wieder aufbauen! . . . Mögen sie bauen, ich werde wieder zerstören." Hier haben wir es deutlich: in Maleachi's Zeit war Edom verwüstet. Man achte besonders auf V. 3d: Jdumäa's Berge, d. h. die hochgelegenen Städte auf dem Gebirge Sei'r, und dazu gehörte auch Petra (סלע), waren eine Einöde geworden und sein g anzes Land den Wüstenthieren preisgegeben: ואשים את הריו שממה ואת נחלתו רתנות מדבר. Es geht noch weiter daraus hervor, daß Edoms Unglück damals, als Maleachi sprach, noch frisch war, erst kurz vor der gehaltenen Rede eingetreten sein muß. Denn V. 4 besagt: dte Jdumäer hätteir noch nicht den Muth verloren, vielmehr großsprecherisch geprahlt.