Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die assyrischen Invasionen und Eroberungen in Palästina, im samaritanischen und judäischen Reiche
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 532 (sequence 4)
- Language
- German
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582 Die assyrische» Invasionen und Eroberungen in Palästina, Assyriologen müffen jedenfalls diesen Passus in der s. g. Prunkinschrift anders gelesen haben. Dean sie schreiben die Eroberung Samaria's nicht Sargon, sondern Salmanasser zu. Wir müssen also auf die assyriolozischen Funde bei diesen Königen vollständig absehen, bis sich die Entzifferer der Keilinschriften unter einander verständigt haben werden. Die Könige Phul und Salmanasser sind die schwachen Seiten der Assyriologen; daher stehen sie mit einander in Widerspruch. Weil sie Sargon 17 Jahre geben (nach ihrem angeblichen Kanon) und diese 17 Jahre zwischen Tiglat Pileser und Sancherib unterbringen müssen, so kommen sie in die Zwangslage, Salmanassers Regiernngszeit zu verkürzen. Die Engländer geben ihm 5 Jahre von 720 bis 721, Schräder nur zwei Jahre 723—722. Allein dieser chronologische Rahmen wird durch Menanders Nachricht — auch abgesehen von der Nachricht in Könige II — zerbrochen. Denn nach dieser muß Salmanasser mehr als 5 Jahre regiert haben. Menander erzählt nämlich (bei Josephus Alterthüm. IX, 14, 2): Salinanasser') habe Phönicien und dessen König Elulaios mit Krieg überzogen, dann einen Friedensvertrag mit ihm abgeschlossen. Dann fielen die Städte Sidolt, Ake (Arke), Alt-Tyrns und viele andere von Tyrus ab, die sich dem König von Assyrien unterwarfen, da aber die Tyrier sich ihm unterordneten, so nnternahm der König abermals einen Krieg gegen sie (mxhv . . . vTiedTQSfjbs), wobei ihm die Phönicier Schiffe und Ruderer zur Verfügung stellten. Mit Hilfe dieser Schiffe habe er die lyrische Flotte zerstreut. Der assyrische König sei zwar in sein Land zurückgekehrt, habe aber Wachtposten an den! Flusse und den Kanälen aufstellen lassen, um die Tyrier zu verhindern, Wasser zu schöpfen. Und das hielten die Tyrier fünf Jahre aus, indem sie aus gegrabenen Brunnen Wasser tranken (xal ’) Der Name fehlt zwar ine griechischen Texte, ist aber in Ruffins Uebersetzung erhalten.