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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 10 · p. Seite 456

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 10
Article
R. Simeon ben Zemach Duran
Date
1874-01-01
Page
Seite 456 (sequence 10)
Language
German
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45« R. Simeon ben Zema ch Duran. schlägt Duran einen dem maimuni'schen entgegengesetzten Weg ein. Hat Maimuni, nach der Anffaffung Duran's, nur diejenigen Lehren als Grundglaubenssätze ausgenommen, deren in der Schrift ausdrücklich Erwähnung geschieht, so behauptet Duran, daß es sich bei der Feststellung der Kardinalsätze des Judenthums gar nicht darum handeln kann, ob dieselben in der Schrift verzeichnet sind oder nicht. Im Gegentheil! Einzelne in der Schrift erwähnte Lehren und Gebote (מצוה) können, bei aller Wichtigkeit, die ihnen beigelegt werden muß, immerhin noch nicht als Prinzipien der g anz en jüdischen Lehre angesehen werden, da sich dieselbe auch ohne das Einzelgebot wohl denken ließe, und ist daher, im Gegensätze zu Maimuni, gerade das Vorhandensein einer Glaubenslehre in der Schrift ein Kriterium dafür, daß sie nicht zu den Grundlehren gezählt werden können. Als Grundprinzipien der jüdischen Lehre dürfen vielmehr nur solche Sätze gelten, die sich aus der G e s a m m t b e t r a ch t u n g des Judenthums als die ganze Religion umfassende, als Pfeiler und Stützen der Religion, mit denen sie steht und fällt, ergeben.') Die, das Gebäude des Judenthums tragenden Grundlehren können in folgende drei: den Glaubenan Gott, die Offenbarung und Lohn und Strafe zusammengesaßt werden. In diesen sind, wie er des Weiteren auseinandersetzt, zugleich die Folgesätze enthalten. Als traditioneller Beiveis gilt ihm die bekannte Mischnah (Sanhedrin, 90s), welche ebenfalls ') Duran's älterer, aber um 5 Jahre später schreibender Zeitgenosse. Chasda'i Creskas, stellt bei der Behandlung der Glaubenslehren vier Unterschiede, nach denen er sein Buch in eben so viele Abschnitte theilt, auf. 1) Die Bedingung und Voraussetzung der Religion: die Existenz Gottes. 8) Die Fnndamentalsätze der Religion, ohne die sie nicht gedacht werden kann, deren er 6 aufzählt. 3) Lehren, ohne die zwar die Religion gedacht werden kann, zu deren Annahme aber jeder Israelit verpflichtet ist und durch deren Verwerfung er sich der Ketzerei schuldig macht. 4) Durch die Tradition überkommene Wahrheiten. , Einleitung zu אור ה׳ und am Anfang eines jeden Abschnittes; vgl. Joel, Chasda'i CreskaS S. 12s., Graetz, Gesch. der Juden, VIII, 98 f.)

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