Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 10 · p. Seite 436

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 10
Article
Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel
Date
1874-01-01
Page
Seite 436 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829444-2829455-2868247--15730-2868260
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

436 Die Echtheit des Buches des Propheten Ezechiel. taste des Propheten eingewirkt. Man Hütte also Ez. entgegnen können, daß er kein wahrer Prophet sei, da seine Gesichte Elemente der assyrisch-babylonischen Religionsanschauung reflektirten. Wir werden später sehen, daß Ez. Anfangs auf Widerspruch und Widerstand stieß. Er war also genöthigt, um seine Prophetie zu beurkunden, die symbolischen Wesen seines Gesichtes gewissermaßen zu judaisiren; er mußte den Zuhörern sagen, daß sie nicht fremde Elemente, sondern mit den allen Judäern bekannten Cherubim identisch seien. Das will V. 10, 20 sagen: .היא החיה אשר ראיתי תחת אלהי ישראל וארע כי כרובים המה Es ist geradezu eine Rechtfertigung. In dem ersten Gesichte hat er thierähnliche Wesen und im zweiten Cherubim geschaut, aber sie sind nicht verschieden, sondern eins und dasselbe. Die Identität beider wiederholt er 43, 3. Gerade die Schilderung der thierähnlichen Wesen weist auf die babylonische Zeit hin, denn die Perser hatten nicht solche Symbole. Was V. 14 betrifft, so wird man sich wohl entschließen müssen פני השור statt הכרוב zu lesen. Somit ist jeder Widerspruch gehoben. 2) Eben so nichtssagend ist Zunz' Argument, daß inan aus der Jdentificirung der היות mit den כרוכים schließen müßte, die eigentliche Gestalt der Cherubin! oberhalb der Bundeslade seien Ez. unbekannt gewesen. Es ist aber die Frage, ob sie überhaupt den Judäern zur Zeit des Exils bekannt gewesen sind. Bei der Tempelzerstörung war die Bundeslade entschieden nicht mehr vorhanden. Sonst hätte der Vers, der Erzählung in Könige, welcher speciell sämmtliche Tempelgeräthe, die nach Babylon geführt worden, aufzählt, rächt verfehlt, zu bemerken, auch die Bundeslade sei in Gefangenschaft geführt worden. Eine talmudische Notiz giebt an, der König Josia habe sie verborgen (Jerus. Schekalim VI p. 49 0. bab. Joma p. 52 b u. a. St.). Indessen darauf ist nicht viel zu geben; denn sie bemft sich auf den V. (Chronik II 38, 3): ויאמר ללויים ... אין לכם משא בכתף. Allein dieser V. will offenbar sagen, daß die Bundeslade nicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.