Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 9 · p. Seite 386

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 9
Article
Die ägyptische Vasallenschaft Juda's unter Jojakim
Date
1874-01-01
Page
Seite 386 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829444-2829454-2868186--15673-2868197
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

386 Die ägyptische Vasallenschaft Juda's unter Jojakini. der ägyptischen Vasallenschaft sehr traurig war, wie sich das auch voraussetzen läßt. Uin aber diese Andeutuitgen zu ermitteln, müssen diese beideir Psalinen exegetisch-kritisch analysirt werden. Es handelt sich uni Psalm 68 und 80. Psalm 68, einer der allerräthselhaftesten des ganzen Psalters, läßt doch eine trübe Stimmung wegen der höchst gedriickten Lage des Volkes nicht verkennen. Ec beginnt mit einen! Gebete oder einem Hoffnungswort, daß Gott sich erheben möge, seine Feinde und Widersacher d. h. die Feinde seines Volkes zu zerstreuen. Dieser Gedanke bildet den Grundton des Ganzen und schlängelt sich durch die Erinnerungen an die großen Züge aus der Geschichte Israels. Diese Erinnerungen sollen das vergegenwärtigen, was der Schluß zusammenfaßt: der Gott Israels giebt Macht und Bestand seinem Volke. Den Mittelpunkt desselben bilden die Verse (21, 20): Gott ist uns ein Gott der Hilfe und für Jhwh Zebaot giebt es auch für den Tod Rettungs mittel. Gewiß, Gott nnrd zerschmettern das Haupt seiner Feinde, den Schädel des Frevlers, der einhergeht in seinen Sünden (statt קרקד ׳שעת, das keinen Sinn giebt, muß Ulan nothwendigerweise קרקר רשע lesen, vergl. Habakuk 3, 13 מחצת ראש מבית רשע). Es ist nicht zu verkennen, daß dieser Psalm überhaupt mit Habakuks Gebet viele Aehnlichkeit hat. Auch in diesen wird aus den Zügen der Geschichte, den Wundern der Offenbarung am Sinai, den Wanderungen durch die Wüste, der Einsetzung des Volkes in das verheißene Land die Hoffnung geschöpft, daß Gott sein Volk auch in den Nöthen der Gegenwart nicht verlassen werde. Aus welcher Zeit stammt der Psalm? Die Ausleger steigen hinauf bis zu Davids Zeitalter oder hinab bis in die Epoche der Makkabäerkämpfe. Einige versetzen ihn in die Zeit nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exile. Um Gewißheit über die Zeitlage zu haben, muß man davon ausgehen, daß im Psalm unverkennbar der Tempel noch in seinem frü-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.