Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Zur Geschichte des constanten Kalenders
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 2)
- Language
- German
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376 Zur Geschichte des constanteir Kalenders. pha des R. Adda erst im 10. Jahrhundert von unseren Chronologen entdeckt worden und S. 125 macht er einen salto mortale, springt über 500 Jahre hinweg und will wieder schon längst nachgewiesen haben, daß die Begründer des Kalenders! ums Jahr 497 — und nicht, wie ich behaupte, 359 — gelebt. Als Mathematiker sollte er übrigens sich auch hüten, Sätze aufzustellen, die er nicht beweisen kann und noch viel mehr müßte er es unterlassen, seinem Gegner Worte in den Mund zu legen, die dieser niemals ausgesprochen. Ich habe durchaus nicht die Lust und die Absicht, den Slonimski-Pineles'schen Streit, der irr den Jahrgängen V, IX des Kerem Chemed und im Ha-Maggid 1868/4 in neuerquicklicher Weise sich abgespielt, von vorn zu beginnen, bin es aber der Wahrheit und den Manen des seligen Pineles schuldig, meine Hypothese gegen Herrn Slonimski zu vertheidigen. Mein geehrter Gegner hätte sich vor Allem die Mühe geben sollen, den ersten Theil meiner Arbeit nochrnals zu lesen, dann wäre er nicht in die Lage gekommen, meine Resultate in einem der Wahrheit durchaus nicht entsprechenden Resums wiederzugeben, dann hätte er mir nicht die Verherrlichung unserer Alten als Astronomen angedichtet. Nach meiner Meinung ״waren die Begründer des Kalenders dem damaligen Zustande (?) der Wissenschaft weit vorangeschritten gewesen" nach meiner Behauptung ״haben die Kalender-Berfasser (s!o!) damals mit ihren astronomischen Kenntnissen ihre Zeit übertroffen"; solche oder ähnliche Worte habe ich niemals und nirgends niedergeschrieben und es konnte mir umsoweniger in den Sinn konimen, die Begründer des constanten Kalendes für bedeutende Astronomen zu halten, als ich einerseits in dem Institute der Zeugen die einzige Stätte fand, wo sie astronomische Kenntnisse erlangen konnten und als ich andererseits ihre Beobachtunqen für so mangelhaft erklären mußte, daß sie sich beirn Aequinoctium um 14 Stunden irren konnten. Aber ich muß doch, da ich die traditionelle Ansicht über den Kalender wissenschaftlich zu begründen wagte, viel zu conservativ sein, um nicht