Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Der Beginn der chaldäischen Herrschaft über Judäa und die chronologische Fixirung der Jeremianischen Prophezeiungen
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829444-2829453-2868123--15623-2868142- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
344 Der Beginn der chaldäischen Herrschaft über Judäa und auftragt, uiederzuschreiben, bei minder wichtigen dagegen wurde es ihm überlassen, ob er sie durch die Schrift erhalten wollte. So heißt es Jerein. 30, 2 כתב לך את הדבריבס אשר דברתי אליך אל ספר, dabei ist als Grund airgegeben, rveil dessere Tage der Erlösung eintreten werden. Das Volk soll erfahren, wenn sie eingetrofferr sein werden, daß sie inr Voraus verkündet rvorderr waren. Auch hier ist unter כל הדבריבש nicht eine ganze Sammlung zu verstehen, sondern lediglich die Worte, welche unnrittelbar darauf folgen, nämlich von 30, 4 bis 31, 30. Diese Worte sirrd erst nach dem Urrtergang gehalten worden (30, 12 fg. 31, 6fg. 27). Es ist eine Trost- und Hoffnungsrede, deren das Volk bei der zukünftigen Erlösung eingedenk bleiben soll, darunr soll sie niedergeschrieben werden. Ebenso verhält es sich mit der strafandrohenden Rede Kap. 25. Sie soll zur Erinnerung niedergeschrieben werden, damit das Volk sich erinnere, daß sie im Voraus verkündet worden ist. Weil die Großen der Propheten und der Prophezeiung gespottert haben (vergl. 5, 12—13 und das verbreitete Sprüchwort Ezechiel 12, 22 fg. יארכו הימיבש ואבד כל חמן), da. rum sollte es zur Gewißheit constatirt werden, daß der Prophet das Zukünftige vorausverkündet habe, und barm» sollte die Rede niedergeschrieben und vorgelesen werden. Durch diese Annahme, daß nur die Rede, welche Jeremia im 4. Jahre Jojakims gehalten, von Baruch niedergeschrieben und vorgelesen und vom König verbrannt worden ist, wird auch eine auffallende Erscheinung erklärt, die sich von selbst aufdrängt. Jojakim, ivelcher den Propheten Urija aus Aegypten requiriren ließ, um ihn umzubringen, läßt Jeremia eine Zeitlang unbelästigt. Wenn man auch annehmen will, daß Jeremia die Standrede gegen Jojakims Gewalthätigkeit bei seinen Bauten nicht öffentlich gehalten habe, so hat er doch entschieden öffentlich verkündet: Der Tempel werde wie der zu Scknlo zerstört werden. Die Priester und falschen Propheten be-