Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zusatz zum sechtsen Artikel zur Halachakritik
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 10)
- Language
- German
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222 Zusatz zum sechste» Artikel zur Halachakritik. nicht in Widersprach zu gerathen mit dem von R. Elieser b. Jakob herrührenden und in dem schon bekannten Sinne gefaßten Satze מת תופס ד׳ אמות; denn ohne Controverse würde folgen, hat der Hofranm über 4 Ellen, so ist er מתות, widrigenfalls טמא, letzteres aber nur dann, wenn der Eingang van oben ist, ist aber der Eingang von der Seite, so wäre auch dann טהור, aber ein מת muß doch nothwendiger Weise nach der Annahme auch im Umkreise מטמא sein. Das Prädikat טהור des zweiten Falles der Tosifta ist, so eruirte man, jedenfalls nicht richtig, sondern im ersten Falle findet eine Controverse Statt, in: zweiten Falle Einstimmigkeit, um nun auf das quoll erst llomon- 8kr«»llum zu kommen, diese Einstimmigkeit von 4 Haridbreitetl ist nur bei einem von Wänden umschlossenen Grabe, hingegen gilt der Satz R. Elieser b. Jakobs allgemein und in voller Geltung, wenn die Leiche frei, oder in einem nicht von Wänden umschlossenen Grabe sich befindet. Man wird die Windungen der Erklärung seltsam finden, aber unseres Erachtens gibt sie uns den richtigen Gang der babylonischen Auffassung, so wie der Entstehung unserer Mischna, deren Controverse ebensowenig authentisch als die Möglichkeit zuzulassen ist, sie mit der Tosifta, welche aus den ursprünglichen Verhältnissen in Palästina, welche in Babylonien andere geworden, hervorgewachsen ist. Wir halten sonach die Behauptung, die Halacha in Joreh Dea 371, 5 lasse sich nicht mit den alten Quellen vereinigen, für unumstößlich. Ob man berechtigt ist, in Praxi sie aufzuheben, darüber zu entscheiden wird allerdings der Einzelne sich nicht anmaßen. vr. Zuckermandel.