Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Zur Halachakritik
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 3)
- Language
- German
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Gemara zur babylonischen. 191 Anders verhält es sich mit den Resultaten. Es ist klar, daß ein Gedanke nicht alsbald in seiner Vollendung auftritt, daß er vielmehr niehrere Entwickelungen durchmachen muß, ehe er zur vollen Reife gelangt. Wenn auch der Weg, den Frankel dem Talmudstndium vorgezeichnet, nicht mehr wird verlassen werden können, so kann man sich mit den Endresultaten jener Werke nicht befriedigen. Es dauerte aus begreiflichen Gründen ziemlich geraume Zeit, ehe eine unbefangene wissen« schaftliche Prüfung der Resultate bei Anerkennung des neuen Standpunktes und seines hohen Verdienstes an die Oeffentlichkeit trat. In ihren letzten Jahrgängen brachte diese Monatsschrift mehrere umfangreiche von gründlicher Sachkenntniß zeugende Artikel vom Herrn vr. Dünner, welcher die Ergebnisse Frankels einer scharfen Analyse unterzog, dieselben bekämpfte und eine neue Hypothese jeuen gegenüber aufstellte. Herr vr. Dünner bekundet sich durch seine Arbeiten als wohlbewährten Talmudisten. Es war gerade die Frage über das Verhältniß der Tosifta und Mischna zu einander — allerdings die Kernfrage für das wissenschaftliche Talmudfludiunt — welche den Ausgangspunkt seiner Untersuchung bildete (a. a. O. Jhrg. 1870 S. 800 ff). Ans der Vergleichung einiger Tosiftas und Mischnas mit den in den Talmuden gepflogenen Verhandlungen über dieselbe Materie ergab sich ihnr die Unhaltbarkeit der Resultate Frankels, worauf er dann seine Hypothese ausbaute. (Fortsetzung folgt.)