Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mißverstandene Stellen in der Genesis
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 10)
- Language
- German
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122 Mißverstandene Stellen in der Genesis. thum seien, daß er diesen Strich als seinen eigenen betrachten dürfe (das. V. 30 fg.) Dasselbe paffirte Isaak. Abimelechs Leute machen ihm ebenfalls die Cisternen streitig, und erst durch ein Bundniß mit Abimelech erlangt er das Weiderecht in Beerseba. Das Brunnenlied, welches im transjordanischen Lande gesungen wurde (Numeri 21, 18 fg.), ist keineswegs eine poetische Spielerei gewesen, wie Ewald behauptet, sondern es gab der Freude über das erlangte Besitzrecht vollen Ausdruck. Fürsten und die Edelsten des Volks haben in Beer oder Beer-Elint eine Cisterne gegraben, d. h. sie haben Besitz vom Lande gegriffen, und ein Dichter hat diesen wichtigen Ort Lesungen. Den Bibelkritikern wäre zu wünschen, daß sie sich auf dem Schauplatz, wo die Bibel entstandet: ist, ein wenig urnsehen und mit eigenen Erfahrungen die Bibel lesen möchten; dann würden sie den Mund weniger voll nehmen. Sie würden die Bibel besser würdigen lernen. Was schreibt Tuch nicht Unhaltbares über Sichen: und Bethel und andere Orte des Landes Kanaan! Jndeß die Beleuchtung des Tuch'schen Commentars zur Genesis nebst Merx' Nachwort soll für eine andere Gelegenheit Vorbehalten bleiben. Hier sei nur recapitulirt, daß das Argument von den Kanaanitern) damals trotz Jbn-Esra, Spinoza und ihrer kritischen Nachfolger nichts anders bedeuten kann, als: damals waren bereits die Kanaaniter im Lande, und daß also dieses Argument für die Kritik hinfällig ist.