Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mißverstandene Stellen in der Genesis
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 1)
- Language
- German
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Mißverstandene Stellen in der Genesis. 113 Mißverstandene Stellen in der Henests. Die Einheit des Pentateuches oder mindestens des Tetrateuches wird gegenwärtig in Folge des großen Schiffbruches der Elohim — Jhwh ־ Theorie von den besonnenen Forschern nicht bloß zugegeben, sondern als Ausgangspunkt betrachtet (vgl. Keil, Lehrbuch der hist.-krit. Einl. in die kanon. und apokryph. Schrift. 3 1873 S. 72). Die Flickwerk-Hypothese, welche zwei oder mehrere Verfasser desselben annimint und ihn in verschiedenen Partien zerstückelt, verkennt die künstlerische Anlage dieses einzig dastehenden Schriftdenkmals und kann sich in dem Labyrinth von Schwierigkeiten nicht zurecht finden. Je tiefer man in den Geist und den künstlerischen Bau des Pentateuchs eindringt, desto mehr drängt sich die Ueberzeugung von dem einheitlichen, abgeruudeteir Charakter desselben auf. Der Forscher, der nicht mit Vorerngenommenheit daran geht, um Lieblingstheorien zu suchen und ein dogmatisches System zu begründen, kann sich der Betrachtung nicht verschließen, daß jeder einzelne, scheinbar unbedeutende Zug in der Thora einen Hintergrund hat und belehrende Andeutung involvirt. Denn auch das ist nicht zu verkennen, obwohl es vielfach verkannt wurde, daß nicht blos die Gssetzesvorschriften, welche den Hauptinhalt der zwei mittleren Bücher bilden, sondern auch die Erzählungen in denselben und ganz besonders in der Genesis einen didaktischen Zweck haben. Die Gesetzpartien!vollen das Thun und Lasku, die geschichtlichen Partien dagegen das Denken und F ü h l e n normiren. Auch jene skeptisch-kritische Hypothese von der späteren Abfassung des Pentateuches erscheint gegeirwärtig ivie eine überstandene Kinderkrankheit der kritischen Exegese, obwohl sie zwei Sranlcl, MonatSschrikt XXUl. r. 3