Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 570 (sequence 2)
- Language
- German
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570 Recenswnen. aus demselben verfertigten Mantel bedeutet. Auch der Burnus findet sich jer. Kilaim IV, 3 als ברנסי. Das in alle europäischen Sprachen gedrungene cawisa, chemise, ist in dem zunächst ans arab. חמיצה sich anschließenden Kleidungsstücke חימוציתא (Moed Katan 23a) zu erkennen. Persisch sind גונרא (Sabbat 119a), sowie die bekannten גליטא und סרבל. — Die angeführten Beispiele geben einen Theil der vom Vers, gefundenen Resultate, zu denen er oft mit viel Scharfsinn gelangt ist. Der Wunsch, letzteren zu gebrauchen, führt ihn manchmal auch zu weit, so wenn er für alle durch Corruption entstandenen Lesearten eines Wortes zur beliebigen Auswahl verschiedene Erklärungen giebt (S. 44 f. 52 f.). Manches Unrichtige kömmt auch mitunter vor. So, daß טלית) מקופלת) Schabbai 58a) von xeyäAij abznleiten ist, wo doch קפל ein gut semitisches Verbum ist. Anderseits wieder ist das Wort, welches den Griechen den iti unbekannten Lauten redenden Ausländer bezeichnete, gewiß ein einheimisches, und nicht, wie H. Brüll uns gelegentlich glauben machen will, ein semitisches Compositum: בר מחא, Sohn der Fremde! — Ein unbegreiflicher Mißgriff ist die Zusammenstellung des talm. בלירי mit dem arabischen ״Khelad." Letztere für ihn günstige Schreibung entnahm der Vers, einer secundären Quelle, während die eigentliche Form des bekannten, noch heute oft gebrauchten und ein Ehrenkleid bezeichnenden Wortes חלקה vom Verb. חלק ihm gezeigt hätte, daß dasselbe mit בליה nur einen Laut gemeinschaftlich hat. Die der eigentlichen Abhandlung vorairgestellte Einleitung stellt in ziemlicher Vollständigkeit die in den Talmuden und Midraschim zerstreut vorkommenden Sätze zusammen, aus deneu ״die Anschauung der Rabbinen über Kleidung und deren Bedeutung überhaupt sich erkennen läßt, und die uns andererseits ein Bild geben von den Sitten und Bräuchen, die im Volke, in Bezug auf Costümirung, im Schwünge waren.'' Was das Gesammtergebniß betrifft, so laßt sich nur wiederholeil, daß die Ergebniffe dieser Forschungen mehr für die Lexicographie, als für die allgemeine Kostümkunde von Bedeutung sind; bei der gelegentlichen Art, in welcher diese Trachten in den rabbinischen Schriften erwähnt sind, läßt sich nicht einmal erkennen, ob sie vielleicht unter den sie adoptirenden Juden eine