Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Der geschichtliche Inhalt der beiden Psalmen 42 u. 43 und die Zeit ihrer Abfassung
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 561 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829430-2829443-2867672--15193-2867718- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
561 und die Zeit ihrer Abfassung. Ta nun die beiden östlichen Wasserarme des Jordan ihre Quellen nahe beim Hernron haben und die des nordwestlichen Wasserarmes vom Anttlibanon kommen, so wird wohl die nähere Bezeichnung des Psalmisten וחרטוגים für beide Gebirqsketten entsprechend und bezeichnend sein. Das Land nun , welches innerhalb dieser drei Wasserarme, die den Jordan bilden, liegt, ist, wie sich das von selbst versteht, das von Psalmisten gekennzeichnete ״Land des Jordan" ארץ הירדן. Man hat sich wohl dieses Land östlich von der Quelle des bereits angeführten Flusses Mojet Hasbeja, zum Theil nach dem Anttlibanon hin und dann in einer südlichen Richtung, bis zu seiner Verbindung mit den eigentlichen östlichen Jordanquellen und ihren nach Süden gerichteten Strömungen, jedoch nicht über den Panias hinaus, nicht mehr und weiter nach Osten, zu denken. Diese Verbindung geschieht, nach der K i p e r t'schen Karte, im See M e r o n, der 3 Stadien südlich von den östlichen Jordanquellen sich befindet (Jos. Antt. V. 5, 1). Von diesem See ans nimmt der v ere inigte Jordan eine mehr südöstliche Richtung und bildet die Grenzscheide zwischen Canaan und Gilead, bis er st ch in's tobte Meer ergießt. Als ganz sicher ist wohl anzunehmen, daß das Land, welches sich zwischen dem westlichen Arm und den beiden östlichen Strömungen des Jordan befindet, als das eigentliche ״Land des Jor׳ dan" zu bezeichnen ist. In diesem Gebiete eben, unweit von der Felsengrotte mit ihren Wasserfällen, lag die befestigte Stadt Dan, früher L ai s ch genannt, in welcher der Psalmist als Geißel eingeschlossen gewesen sein mag, und worin er das m ä ch- Kipert'sche Karte wohl richtig nachweist, oberhalb des Hermon zu setzen. 1. Chr. 5, 23. ist der Beweis für diese Annahme gegeben. Die Besitzungen des jenseitigen halben Stammes Menasie von Osten nach Westen waren מבשן עד־ בעל חרמון und die von Norden nach Süden ושניר (—ומשמר) וחר־חרמון. — Die Bezeichnung Baal -Hermon spricht merklich dafür, daß die Canaaniter diesen Ort, als die Schwelle zum Hermon, ihrem Baal geweiht hatten. Baal-Hermon befand sich sonach unterhalb der Quelle des obern Jordan; ihr Ursprung bei Hasbeja ist mehr nordöstlich und durch unterirdische Wasserzuflüsse in Verbindung mit dem Antilibanon. & ז a n ז c MonatSschrlst XXI1, 12. 36