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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 12 · p. Seite 559

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 12
Article
Der geschichtliche Inhalt der beiden Psalmen 42 u. 43 und die Zeit ihrer Abfassung
Date
1873-01-01
Page
Seite 559 (sequence 13)
Language
German
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und die Zeit ihrer Abfassung. 559 Fortführung von judäischen Kriegsgefangenen in 's israelitische Reich berichtet ist, die aber nicht zu Sclaven gemacht, sondern von den israelitischen Siegern nebst geraubtem Gute freigegeben wurden (2 Chr. 28, 8—15), — diesen Vorgang mit dem Verfasser der beiden Psalmen 42 und 43 in Zusammenhang zu bringen und anzunehmen, daß auch der Dichter dieser Psalmen einer unter den Geißeln gewesen war, die unfreiwillig in Feindesland, in das Reich Israel, als Staatsgefangene gebracht worden seien. In jener Zeit des grauen Alterthums, in welcher Staats- oder gemeine Verbrecher ihre That ausschließlich mit dem Tode büßten, waren Geißeln nur die Alleinigen und Einzigen, die dem Geschick einer andauernden unfreiwilligen Einschließung anheim gegeben werden konnten; und der langjährige Gefangene ״im Lande des Jordan", der zugleich heiliger Sänger und M e i st e r d e r ״H a r f e" war, womit er den Herrn bei seiner Riickkehr zu danken und zu preisen sich vornahm (43, 4), war wahrscheinlich einer der Geißeln, die A m a z i a dem Könige I o a s ch hat überliefern müssen. Und dieser Levite und Hymnendichter empfand die unfreiwillige und zugleich andauernde Entfernung vom Tempel und dein judäischen Gottesdienst unb andererseits den Hohn seiner Wächter durch die ihn verspottende Frage: (איה אלהיך)? besonders sehr schmerzlich. Er wußte sich zwar mit seinen Wächtern eines Stammes, aber nicht eines Glaubens, denn sie huldigten dem Baal, waren ein גוי לא הסיר, wie der König I oa s ch, der ihn gewaltsam der lieben Heimath entrissen hat, ihm ein Mann des Truges und Unrechtes איש מרמה ועולה war (43, 1). Er suchte zwar seine Wächter für seine Ueberzeugung und seinen Gottesbegriff zu gewinnen, aber vergebens. Und so wurde ihm in seiner ausdauernden Gefangenschast die Ueberzeugung, daß seine Bekehrungsversuche, die, wenn sie von nachhaltigem Erfolge gewesen wären, ihn! auch die ersehnte Freiheit und die Berechtigung zur Rückkehr in die Hei-

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