Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Zur Geschichte der Aufstände der Juden unter Trajan und Hadrian
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 530 (sequence 2)
- Language
- German
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530 Zur Geschichte der Aufstände der Juden unter Trajan und Hadrian. Stadt und des Tempels um 131 d. g. Z. worden, und zwar in der Absicht, nach den! Wortbruch des Kaisers und bei der gereizten Stimmung des Volkes damit dem Streben nach Wiederherstellung der alten Größe Judäas die Axt an die Wurzel zu legen; der Vollzug des Befehles aber konnte damals nur soweit in Scene gesetzt werden, daß um die Stadt nach einer bei Städtegründungen gebräuchlichen Sitte der Pflug gezogen wurde, die Stelle der tteu zu erbauenden Mauern bezeichnend, jedoch alles Weitere mußte bis zur Besiegung des mittlerer Weile ausgebrochenen Aufstandes vertagt werden. ,, ,,Schwierig,bleibt hiebei nur die Angabe des Talmud und des Hieronymus, der Tempel sei ebenfalls ״dem unterdrückten Volk zum Hohne" gepflügt worden. Das, meint man, könnte nur ein Racheakt gewesen sein und zwar wegen des stattgehabten Aufstandes, wäre also, vor dem Aufstand unerklärlich; und überdies, wird weiter eingewendet, durfte auf einem zum Zeichen ewiger Zerstörung gepflügten Ort nach Römischer Superstition nichts mehr gebaut werden, und doch berichten die Quellen einstimmig, Hadrian habe auf dem alten Tempelplatz einen Zeustempel errichten lassen. Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, nimmt man an, die Angabe des Talmud und .des Hieronymus sei blos eine Uebertreibung des ursprünglichen Berichts über das Pflügen der Stadt, und bei dem Kirchenvater seien noch dazu die Worte ״in ignominism gentis oppressae“ individueller Zusatz. Allein es ist dabei übersehen, daß der Zug eines Pfluges über den Tempelberg auch anderwärts sicher bezeugt wird. Der sonst durchweg glaubwürdige Midrasch raboti nämlich (zu Thr. 5, 18.) erzählt von der Trauer der Gelehrten, als sie einst aus den Tempelruinen einen Schakal Hervorkommen sahen. Nur R. Akiba blieb ruhig und erklärte als den Beweggrund seines Verhaltens sein Vertrauen auf die 2 Zeugen, welche der Prophet Jirmejah für sich angerufen habe, Uriah und Secharjah,