Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Die Söhne des Herodes
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 503 (sequence 7)
- Language
- German
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Dir Söhne des Herodes. 503 voll und friedliebend (d7rQaY(103v) ... In Begleitung weniger Allserwählter reiste er häufig im gauzell Lande umher und hielt, wo und wann auch immer seine Hülfe in Anspruch genommen wurde, auf den! Throne sitzend, der ihm überall nachgetrageu werden mußte, ohne Aufschub strenges und gerechtes Gericht, bestrafte die Schuldigen und befreite die unschuldig Bedrängten."') Die erste und nächste Sorge des Tetrarchen mußte es sein, sich eine Residenz zu schaffen und seinen eben erst souverän gewordenen Landschaften einen politischen Mittelpuirkt zu geben. In der Wahl des Ortes ging er seinem Bruder Antipas mit einem bösen Beispiel voran. a) P aneas, von Alters her der Sitz syrisch - macedonischen Götzendienstes, in dessen Nähe noch jetzt Spuren des Pan-Cultus erhalten sind, ward zur Hauptstadt ausersehen. Auch Herodes hatte noch jüngst daselbst dem Kaiser Augustus zu Ehren einen Tempel erbaut.') Ohne Rücksicht auf religiöse Bedenken, siedelte sich der jüdische Fürst in dieser schönen und fruchtbaren Gegend am Fuße des Hermon und in der Nähe der Jordanquellen an, und nannte seine Residenz Eäsarea. Die Landesbewohner aber waren, wie es scheint, rigoroser, als ihr Beherrscher und sträubten sich dagegen, sich an dem neueil Sitz der Regierung niederzulassen. Wenigstells läßt der Name ״Cäsarea Asylstätte", der sich auf Münzen findet, *) darauf schließen, daß sich der Tetrarch gellöthigt sah, um Eiiuvohner herbeizuziehen, in seiner Residenz ein Asyl zu eröffnen. Damit man die neue Hauptstadt von Cäsarea am Meere unterscheide, wird sie auch Eäsarea Philippi/) Cäsarea Sebaste, oder auch Cäsarea Paneas ')genannt. 1) Ant. XVIII, 4, 6. i) vgl. oben S. 813. .. , ') Ant. XV, 10, 3. B. I, 21, 3. — Robinson (Palästina und die südlich angrenzenden Länder III, S. 612 fs.) vermuthet, daß die zahlreichen behauenen Steine, die er daselbst gesehen hat, Ueberreste dieses Tempels seien. 4) E kkhel, doctr. nurnra. III, 491; vgl. Keim, B.-L. III, 42. -) Mc. 8, 27. Mtth. 16, 13. •) Plinius, hist, nat, V, 15.