Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 11 · p. Seite 502

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 11
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 502 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829430-2829442-2867607--15124-2867641
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

502 Die Söhne des Hcrodes. worden. Und in welchem elenden und verkommenen Zustande er sie übernommen, dafür spricht die Schilderung, die Josephus von der Hauptlandschaft Trachonitss entwirft. ״Dort wohnen Menschen", sagt er, ') ״die unthätig dahinleben und sich von Räuberei im Gebiete von Tamascus ernähren . . . Der Raub ist auch ihr einziges Handwerk, und außerdemgiebt es für sie keinen Lebensunterhalt. Denn sie besitzen weder Städte noch Aecker, sondern nur unterirdische Höhlen und Schlupfwinkel, woselbst sie gemeinsam mit ihrem Vieh ihre Wohnung haben. Dort haben sie auch stets so viel Wasser und Getreide vorräthig, daß sie im schlimmsten Falle sich noch lange halten können. Denn die Eingänge zu diesen Höhlen sind so schmal, daß nur je einer hineingehen kann, während sie in der Tiefe eine unglaubliche Weite annehmen und so einer großen Anzahl zum sicheren Versteck dienen. Die Wohnungen ragen nicht nach oben hervor, sondern sind dem Erdboden gleich." Es hatte Hcrodes langwierige, äußerst beschwerliche und blutige Kämpfe gegen diese wohl organisirten Räuberbanden gekostet, bis es ihm durch Anlegung von Militärcolonieen wenigstens einigermaßen Ruhe und Sicherheit herzustellen gelungen war. a) Die gesummte Tetrarchie brachte nur einen Ertrag von Hund er t Talenten/) und die herodianische Dynastie war so ziemlich das einzige Band, das diese schwach bevölkerten und entlegenen Territorien mit Judäa in Zusammenhang brachte. Bei einer solchen Beschaffenheit des Landes und der Bewohner ist es um so höher anzuschlagen, wenn wir sehen, daß unter Philipps Regierung das friedliche Zusainnrenleben der verschiedenartigen Stämme nicht gestört wurde: ״Er war seinem Charakter nach", sagt Josephus, gegen seine Unterthanen maß- ,) Ant, xv, 10, t. *) Ant. XVI, 9, 1 ff. XVII, 2, 1 ff. 3) Ant. XVII, 11, 4. Bell. II, 6, 3.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.