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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 10 · p. Seite 477

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 10
Article
Zur Halachakritik
Date
1873-01-01
Page
Seite 477 (sequence 3)
Language
German
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Nachtrag. 47? folgenden Artikel besprechen, wodurch die Lesart in Jerusch. Moed Katan (s. oben S. 422) ihre Rechtfertigung erhält, wenn auch für Babli keine Heilung zu ftnden ist. Wie wir dort nachweisen, ist קמצוץ in der Beziehung הרוג entgegengesetzt, daß erster« טומאת התהום bewirkt, nicht aber letzterer (s. das. letzte Anm.) Es ist jetzt ganz einfach zu erklären, waruni bei מת קמצץ nur e i n Stein als צץ gesetzt wurde, und warum gerade über dem Steine טומאה vorhanden ist. Es folgt dies eben aus der charakteristischeu טומאה. Während bei gewöhnlich aufgefundenen Leichen zwei Steine gesetzt wurden, und zwar zu beiden Seiten etwas entfernt von der Leiche אין מעמרין הציון במקום טומאה שלא להפסיד וארץ ישראל, so daß in diesem Fall mit der von Steinen begränzte Ort als טמא galt, die Steine selbst nicht, mar bei מת קמצוץ nur über dem Stein טומאה. Die Tosifta findet hierdurch ihre vollständig befriedigende Erklärung, wahrend nach der früheren es erstens sehr problematisch ist, daß nach Wegnahme der Knochenreste das ציון stehen geblieben sein soll, es ferner nicht gerade מת^ קמצוץ heißen dürfte, sondern הרוג, endlich bei מת קמצוץ die Ausmessungen nicht vorgenommen wurden (vgl. Jerusch. SM« a. a. O.). Im Babli ist, wie wir in! folgenden. Artikel nachweifen, der Begriff טומאת התהום anders gefaßt worden, als in der Mischna und Jeruschalmi, und man konnte sich in dieser Tosifta nicht znrechksü>dm, . strich קמצוץ und schwankte auch sonst, über die Lesart. Der Ämora R. -Jehuda stellt b. Myed KgtMlh 6, eine dieser Tosifta, entschiede!! wü»erjprechende Entscheidung auf, die mit derselben in EiMang zu bringen M,. Papg sich, vergphliche Mühe gibt. (vgl. Tosafot das.). Für die Geschichte des Textes des jerusalemischen Talmuds haben wir hier ein evidentes Beispiel, daß die Stelle desselben in Schekalinr durch Schekalim Babli emendirt oder verschlimmbessert wurde, denn daß קמצוץ die richtige Lesart ist, kann unserer Ansicht nach nicht bezweifelt werden.

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