Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Söhne des Herodes
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 468 (sequence 10)
- Language
- German
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468 Die Söhne des Herödes. dieser. Bitte Mch und ließ sein Heer durch die große Jordansebene׳ einen Umweg machen, während er selbst mit Herodes und seinen Freunden zum Feste nach Jerusalem hinaufzog. Unmittelbar nach Dem Feste sollte Dana wahrscheinlich der Feldzug gegen Aretas eröffnet werden. Allein vier Tage nach der Ankunft in Jerusalem traf plötzlich die Nachricht vom Tode des. Kaisers ein, und dadurch unterblieb die ganze Unternehmung, weil Vitellins behauptete, erst die Dispo- Wollen des neuen Kaisers abwarten zu müssen. Antipas mußte sich bei dieser Erklärung beruhigen, und Aretas, dem durch ein Orakel die Resultatlosigkeit der Rüstungen gegen ihn vorher oerkündet worden sein soll, scheint durch die im ersten Feldzuge errungenen Resultate vollkommen befriedigt gewesen zu sein.') Während so Antipas auf der einen Seite seinen Racheplan für die Dauer vereitelt sah, sollte ihm bald auf einer andern Seite eine günstige Gelegenheit geboten werden, sich das Wohlwollen des neuen Kaisers zu erwerben und dadurch zugleich Vitellins, der ihn im entscheidenden Augenblick im Stich gelassen hatte, einen argen Streich zu spielen. Im Jahre 85 nämlich 1) Da nach Tac., ann. 6, 50, womit Sueton, Tib. e. 73, übereinstimmt, Tiberius am 16. März gestorben ist, (D. C. LVIII, 28 sagt, er sei am 26., Zonaras, er sei am 20. März gestorben) so ist mit dem Feste, zu dem Vitellius mit Herodes zog, wahrscheinlich das Wochenfest 37. n. Chr. gemeint, und fällt der unglückliche Feldzug am wahrscheinlichsten in das Jahr 36, vielleicht schon 35. n. Chr. Der auf den Bericht über jenen unglücklichen Feldzug folgende Satz (XVIII, 5, 3): ״dat Sb tcöv *lovSatoov 8S6ksc 6/{wXevac rov cHq^Sovacqardv imo tov &60v xai ficUa Stxatwg tivvv/j,evov Kava 7rocv7)v גIwävvov“ zwingt jedoch keineswegs zu dem Schluß, daß der Tod des Täufers in das Jahr 34. fallen müsse. Die Aufstellungen vom Jahre 33. oder 29., als dem Todesjahr des Täufers, stehen mit den Angaben des Josephus ebenfalls nicht in Widerspruch. Denn die Annahme, daß trotz eines Mehrjährigen Zwischenraumes der Unglücksfall dem Morde an jenen! ftonnnen Alaune zugeschrieben worden sei, hat nichts Unwahrscheinliches, wenn man das ungeheure Aufsehen und "den nachhaltigen Eindruck bedenkt, den das Auftreten und die Gefangensetzung des Täufers sicherlich hervorgeruW hat.