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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 9 · p. Seite 408

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 9
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 408 (sequence 2)
Language
German
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408 Die Söhne des Herodes. Halbbruder Herodes, vielleicht wie Keim *) nicht mit Unrecht vernmthet, in Asdod ein. 2) Mit aller Freundlichkeit und Liebens- Würdigkeit von seinen Verwandten ausgenommen, vergalt er (S. 316 folgg.) besprochen. Keim meint, er habe die Absicht gehabt, sich in Rom die Erbschaft des gerade verstorbenen Philipp (84. n. Ehr.) zu sichern, und geht dabei von der Voraussetzung aus, daß alle Art. XVIII, 5, 1 und 2 erzählten Thatsachen in dieselbe Zeit fallen. Allein diese Voraussetzung ist, wie wir sofort sehen werden, keineswegs begründet. Ferner ist auch schon das beharrliche Schweigen des Josephus, des einzigen Quellenschriftstellers, der uns hier Auskunft geben könnte und müßte, ein vollgültiger Beweis gegen Keims Hypothese. Josephus giebt nirgends, weder bei der Verbannung des Archelaus (oben S. 311) noch beim Tode der Salome, noch auch beim Tode des Philipp auch nur eine Andeutung davon, daß Antipas sich um die Erlangung eines Theiles der Hinterlassenschaft bemüht habe. Und abgesehen davon, daß K. natürlich selber zugeben muß, daß alle diese dem Antipas zugeschriebenen Vergrößerungsgelüste erfolglos geblieben sind, läßt sich gar nicht einsehen, aus welchen Gründen Josephus überall jene Versuche der Erbschleicherei sollte verschwiegen haben. —- Daß Antipas wie Volkmar (a. a. O. S. 355) behauptet, die Reise unternommen habe, um dem allgemeinen Schrei des Unwillens wegen der Gefangensetzung und Hinrichtung des Täufers zu entgehen, widerspricht direct der Darstellung des Josephus, aus der mit aller Bestimmtheit hervorgeht, daß die Ehe mit Herodias vor der Hinrichtung des Täufers stattgesunden hat. — Wieselers Hypothese endlich ist bereits von Keim (a. a. O. I» S. 625) richtig beurtheilt worden, vgl. auch Theol. Stud. und Krit., Jahrg. 44, S. 164. 168. — Um zusammenzufassen: die all g emeinen Allsdrücke des Josephus über die Veranlass ung der Romfahrt können keinen Anhaltspunkt für die Chronologie abgeben, und alle Aufstell ungen über dieselbe müssen leere Vermuthun - gen bleiben. 1) B.-L. III, S. 47. 3) Diese Stadt mag der Herodias aus der Erbschaft ihrer Großmutter Salome (vgl. Aul. XVII, 6, 6; 8, 1; 11, 5. B. II, 6, 3; 9, 1) zugefallen sein, und dorthin führte von Antipas' peräischer Residenz L i v i a s aus der geradeste Weg zum Meere. — Diese Einkehr hat n i ch t in Rom stattgefunden, wie Volkmar (das.; fälschlich behauptet. Das beweist zur Evidenz die Angabe des Josephus (XVIII, 5, 1) : ״xce5 b!nev elg 4PwfjLrjV enXec wvm 0wüi^evog*“ Dieser Sah ist ganz unverständlich, wenn man annimmt, daß die Verabredung in Rom getroffen worden sei. V olkmar muß ihn ganz übersehen haben, da er desselben auch S. 658 ff., woselbst er die geschichtliche Urkunde über den Tod des Täufers wörtlich übersetzt, keine Erwähnung thut.

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