Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Erklärung einer mißverstandenen charakteristischen Boraita
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 6)
- Language
- German
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378 Historische Notiz. die Maßregeln R. Akibas entstandene Schaden von Einkünften, die nach seiner Meinung ihm rechtmäßig gebührten, muß ihn anfangs empfindlich getroffen haben, uild aus dieser Zeit mag der Satz stammen. Wir sehen nach unserer Erklärung und aus N. Eleasar b. Asarjah bezogen, ist der Satz höchst charakteristisch. Ich vermuthe, daß die am angeführten Orte Bechorot von Tosafot angeführte Stelle aus dem Midrasch (der Ort ist nicht angegeben), wonach קרדוא auf N. Elea sar b. Asarjah bezogen ist, nur auf einer Verwechselung des richtigen Verhältuisses beruht, daß näinlich N. Eleasar b. Asarjah diesen Ausdruck gebraucht hat. In der späteren Zeit sind die geschichtlichen Verhältnisse immer mehr znrückgetreten, haben alles Leben verloren, die großen Männer waren mit einer Glorie umstrahlt, man verwischte jede menschliche, wenn auch gar nicht zur Unehre gereichende Schwäche. Daß die großen Männer eine Zeit lang gespannt gewesen sein sollen, schien undenkbar. Andererseits waren von Ben Asai wunderbare Erzählungen iin Umlaufe, die wahrscheinlich daraus entstanden sind, daß er, obwohl so geistestüchtig, nicht zur Semicha zugelaffen wurden, er war ferner einer der vier, welche sich niit metaphysischen Fragen beschäftigte שנכנסו לפרדס. Die Sagen bildende Geschichte rächt sich für seine vermeintlich erfahrene Zurücksetzung dadurch, daß sie ihn den Ausspruch thun läßt, er habe alle Gelehrten überragt, wobei ihr in anderer Erklärung ein auf בן עוריה sich beziehender Satz zu Hülfe kovlvlt, unbekümmert darum, ob sie mit den realeil Verhältnisseil uild logischen Gesetzen in Widerspruch geräth. Die Kritik aber hat das Recht und die Pflicht, die Wahrheit und Wirklichkeit in ihr altes Recht wieder einzusetzen.') 11 Wenn Joseph b. Aqnins Abschrift einer gaonäischsn Quelle entnommen und nicht Abschreibefehler ist, so ist dos Mißverständnis; in diesem Satze erst nach den Gaonen entstanden und jene Stelle in Bechorot a. a. O. ein sehr später Zusatz. In der That ist die aufgeworfene Frage nich so riesenstark, das; man zum äußersten Mittel greifen mußte ^!לבה »בצרו מפי חגי דבריה רוטלאכי (vgl. Monatssch. d. I. 103 Anm. 1. Die babylonischen Amoras haben sich aus viel schwierigeren Dilenunas durchzuwinden gewußt, ehe sie zu eincni solchen Zerhauen des gordischen Knotens oder besser zum Geständniß der Uneutwirrbnrkeit sich verstanden hätten. Sicher ist meines Erachtens die Stelle nicht amoräisch. Der jerusalemische Talmud a. a. O. findet es ganz in der Ordnung, daß Ben