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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 7 · p. Seite 333

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 7
Article
Zur Geschichte jüdischer Sagen
Date
1873-01-01
Page
Seite 333 (sequence 2)
Language
German
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Zur Geschichte jüdischer Sägen. 333 Was die berühmte Märchensammlung selbst betrifft, so finden sich in derselben noch manche Judaica, die der Behandlung nicht unwerth sind. Aber für die Bestimmung der Zeit, wann die betreffende Sage und dergl. der Sammlung einverleibt wurde, ist große Behutsamkeit nöthig, da die verschiedenen Redaktionen ungemein vorr einander abweichen und z. B. die arabische Textausgäbe (durch Habicht , Breslau) die nreisteir der von Herrn Dr. Perles aufgeführten Erzählüngen nicht enthält, so wie sie wieder Anderes bietet, was die beiden deutschen Ausgaben nicht zu enthalten scheinen. Doch sei dies einer besonderen Besprechung Vorbehalten. Hier erlaube ich mir nur den vorliegenden sagengeschichtlichen Beitrag im Einzelnen zu ergänzen. 1. W KrMiliM Ms KG uhk. Im Abschnitt D. (S. 61—67) ist die ״Geschichte des Sultans von Jemen und seiner vier Söhne" behandelt. Daß diese in Echa rabba zuerst vorkommende Erzählung im Orient sich weit verbreitet hat, ist schon in meinem Aufsatze ״Altjüdischer Volkswitz" im Jahre 1870 dieser Monatsschrift (S. 68—72) nachgewiesen worden. Seitdem begegnete ich ihr in einer noch viel ältern muhammed. Quelle, als es 1001 Nacht oder der ״Bildersaal" ') sind, nämlich in den ״Goldenen Wiesen" Masüdi's (ed. Paris III. Bd. S. 228 ff.) Dieser Schriftsteller, der in der ersten Hälfte des 10 Jhrts. blühte, wird gewiß dies, wie viele alte Sagen und Berichte, aus noch älterer schriftlichen oder mündlichen Quelle geschöpft haben, und sein vielbenutztes Buch wurde wieder die Quelle für die spätere Literatur. — Beachtenswerth ist noch, daß Häuf in einen: seiner Märchen dieselbe Geschichte nach Marokko verlegt und zu ihrem scharfsinnigen Helden wieder einen Juden macht. >) Dieses Geschichtswerk ist nicht von Kazwini (wie es bei Herrn vr. Perles S. 67 heißt), sondern von GhaffLri, einem persischen Schriftsteller, der dreihundert Jahre nach Jenem schrieb. S. Hammer Gesch., der sch. Redekünste in Persien S. 307, wo auch die in Rede stehende Erzählung excerpirt ist.

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