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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 7 · p. Seite 322

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 7
Article
Der Einfluß anderer Tannaiten auf R. Jehuda Hanassi's Halacha-Feststellung
Date
1873-01-01
Page
Seite 322 (sequence 2)
Language
German
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322 Der Ein floß anderer Tannaiten ans R. Jehuda Hanassi? und nach aus dem Bewußtsein der Schulen zu schwinden. Von der Zeit der letzten Gaonim kann man dies mit Gewißheit behaupten. Denn Scherira saßt in seinein Sendschreiben diese Notiz so seltsam auf (vgl. weiter unten), daß man unbedingt zu der Annahme berechtigt ist, ihre eigentliche Bedeutung sei schon eine geraume Zeit früher zweifelhaft gewesen. Jedoch nicht hierin, sondern in der Behandlung, die sie in der frarizösischen Schule erfahren hat, liegt das Eigenthümliche. Ohne sich dessen bewußt zu sein, schob man ihr hier einen Sinn unter, an den R. Jochanan nie gedacht haben konnte. Man sah in ihr die Behauptung ausgesprochen: alle in unserer Mischnah in allgemeingültiger Form aufgestellten Halachoth geben die eigenen Entscheidungen R. Meir's wieder. Zwar lassen sich positive Beweise für die allgemeine Herrschaft dieser Auffassung in der erwähnten Schule, so viel wir wissen, erst aus der letzten Periode der tosafistischen Epoche beibringen. R. Simson aus Chinon, der bekannte Methodologe und daher in diesem Punkte gewiß inaßgebend, spricht dieselbe ausdrücklich aus.') Aber es ist kein vernünftiger Grund vorhanden, in dieser, von einer solchen Autoritat und mit so vieler Entschiedenheit mitgetheilten Erklärung nicht die von R. Gerson an in der französischen Schule allgemein herrschende Ansicht zu sehen. Wenn Nascht, trotz der so oft sich darbietenden Gelegenheit, es, soweit uns bekannt, nicht für nöthig hält, einen so wichtigen. Satz, wie der nnsrige, zu commentiren, so beweist dies nur, daß man zu seiner Zeit eben kerne Ahnung von dessen Schwierigkeit hatte. Daraus aber folgt nur, daß die von dem ermähnten Ausläufer der Tosafistenschnle mitgetheilte Auffassung schon zu Raschi's Zeiten die übliche war. Ganz erklärlich; denrr es ist nicht zu läugnen, daß dieselbe den! Wortsinne ganz entspricht. Es ist daher natürlich, daß ein Commentator, dem die mit dieser Auffassung verbundenen Schwierigkeiten unbekannt sind, es für unnöthig hält, einen einfachen und leicht verständlichen Satz zu beleuchten. Kann man nun מצינו דסתם משנה לא אתי כרבי מאיר כי הא דם׳ בני העיר דף כ׳-׳ו(י זו דברי ר׳ מנחם בר יוסי סתימתתא. אע״ג דסתסמשנה אינה אלא ל ר מ איר כדקיימא לן סתם משנה ר׳ מאיר, זו אינה אלא לר׳ מנחם או לד עקיבא והיא שנויה סתם. ולא כל הדברים של חכמים הללו סתומים אלא המשניות שהזכירו לבד, שרבי היה רגיל לפעמיבם לסתבם במותן. (Kritoth, p. 27 b edit« Amsterdam).

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