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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 6 · p. Seite 278

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 6
Article
Zur zweifachen Aussprache des hebräischen Resch
Date
1873-01-01
Page
Seite 278 (sequence 2)
Language
German
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ein sprachliches Moment; es sollte nicht sowohl das vermieden werden, was unangenehm geklungen hätte für das Ohr, als vielmehr das, was schwerer und unbequemer gewesen wäre für das Sprachorgan. Bei der engsten Verbindung des R mit einem der Zahn- oder Zungenbuchstaben ist es wenig bequem (und wegen der erforderlichen weiten Oeffnung des Mundes auch unschön)den ersteren aus der Kehle hervorrollen zu lassen. — Daher in solchem Falle die Zungens p i tz e zur Erzeugung des R in Anspruch genommen ward. Wenn hingegen zwischen R und die andern Laute ein (längerer) Voeal tritt, der ja durch die Mitthätizkeit der Kehle hervorgebracht wird, so kann diese auch ohne jegliche Unbequemlichkeit (und Mundverzerrung) zur Erzengung des R-Lautes verwendet werden. *) *) Im Grunde kommt es auf eins hinaus, ob die Zunge des Sprechenden das weiche ר (r) in Verbindung mit verwandten Eonsonanten nicht gut auszusprechen vermag, oder ob das Ohr des Hörenden einen Mißklang in der Verbindung findet. Die Hauptsache bleibt, daß das ר Lautähnlichkeit mit dem weichen S - Laut hatte. Auf diese Lautähnlichkeit ist auch die Erscheinung zurückzuführen, daß nicht bloß die Anolier am Ende der Wörter q für vertauscht haben: ovtoq für ovwg, ltitcoq für 17x710 g rc., sondern daß auch altattisch qg statt qq ausgesprochen wurde: dtXQGog ---- öaQQog. Auch im Lateinischen beruht die Verwandschaft von r und s darauf : bonor — honos; arbor— arbos; lepor — lepos; lares — larses. Die Tiberienser haben diese Lautähnlichkeit von ר und 1 länger und treuer erhalten. Uebrigens ist in meinen Artikel über die zweifache Aussprache des ר (das. S. 285) etwas zu berichtigen. Die Analogie mit dem Slavischen zeigt sich darin, daß diese Sprache einen Laut rz behalten hat, was allerdings sich auch in der Unterscheidung des 2 und 2 zeigt. Gelegentlich sei hier ein Nachtrag zu der Regel der zweifachen Ausspräche des ר gegeben, der mir erst später zu Gesichte gekommen ist und daher bei der Ausarbeitung jenes Artikels nicht benutzt werden konnte. Hr. Derenbourg in Paris hat nämlich das Dis. einer hebräischen Grammatik abgedruckt, welche sich an der Spitze eines geschriebenen Pentateuches aus Jemen von der Aera der Seleuciden 1701, der chr. Z. 1390, befindet. Diese Grammatik ist, wie der Herausgeber richtig bemerkt, eine Compilation aus verschiedenen grammatischen Werken, welche dem Verf. zu Gebote standen. Abgedruckt ist diese Grammatik im lournal asiatique 16. Serie T. XVI p. 314 fg. unter dem supponirten Titel Manuel du lecteur (הורית הקורא). Es befinden sich manche interessante Partien für Grammatik und Masora darin, so besonders über das räthselhafte געיא. Gegen Ende (p• 446)

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